Wechseljahre ab 40

Was in deinem Körper passiert, lange bevor die Periode ausbleibt

Wechseljahre ab 40

Bei Wechseljahren denken viele zuerst an Hitzewallungen, ausbleibende Perioden und Frauen, die irgendwo um die 50 plötzlich einen Fächer brauchen.

So einfach kündigt sich diese Lebensphase allerdings selten an.

Ich weiß inzwischen, wovon ich rede. Auch mich hat es ziemlich kalt erwischt, denn mit 49 hatte ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass dieses Thema plötzlich so konkret wird.

Ich musste mich eines Besseren belehren lassen und dabei vor allem eines verstehen: Keine Frau erlebt die Wechseljahre gleich. Manche merken erstaunlich wenig, andere haben über Jahre immer wieder Beschwerden und bei einigen verändert sich ständig etwas anderes.

Vielleicht fragst du dich gerade selbst:

Kann das wirklich schon sein? Dafür bin ich doch noch gar nicht alt genug.

Aber wenn du gerade hier gelandet bist, gibt es wahrscheinlich einen Grund dafür.

Vielleicht ist deine Periode plötzlich unregelmäßig, oder schläfst du anders, bist schneller erschöpft oder erkennst deinen eigenen Körper manchmal nicht mehr wieder?

Und vielleicht kannst du noch gar nicht richtig benennen, was sich eigentlich verändert hat.

Vielleicht ist noch gar nichts eindeutig und genau das macht dich unsicher.

Dann fangen wir mal ganz vorne an.

Denn eines habe ich selbst viel zu spät verstanden:

Die Wechseljahre beginnen nicht erst mit der letzten Periode.

Kurz erklärt: Was sind eigentlich die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind leider nicht so höflich, sich vorher anzukündigen.

Es gibt keinen Brief mit:

„Liebe Grüße von deinen Eierstöcken. Ab nächsten Dienstag arbeiten wir nur noch eingeschränkt.“

Stattdessen verändert der Körper nach und nach die Spielregeln – selbstverständlich ohne Bedienungsanleitung.

Die Eierstöcke arbeiten unregelmäßiger, Eisprünge werden seltener und Östrogen sowie Progesteron machen zeitweise ihr eigenes Programm. Ein Zyklus läuft fast wie immer, beim nächsten scheint plötzlich niemand mehr für die Planung zuständig zu sein. Die Blutung kommt später, früher, anders oder bleibt einfach mal weg.

Die letzte Monatsblutung liegt bei den meisten Frauen zwischen 45 und 55 Jahren, im Durchschnitt ungefähr mit 51. Das wäre ja noch übersichtlich, wenn die hormonellen Veränderungen nicht oft schon Jahre vorher anfangen würden.

Und genau diese Jahre davor sind oft die verwirrendsten.

Denn der Körper schickt nicht etwa eine klare Nachricht mit der Überschrift „Herzlich willkommen in der Perimenopause“. Er verteilt lieber Hinweise wie bei einer schlechten Schnitzeljagd: hier ein veränderter Zyklus, dort schlechterer Schlaf, plötzlich mehr Müdigkeit, ein anderer Körper oder Beschwerden, bei denen man sich fragt, was das jetzt bitte schon wieder soll.

Und irgendwann merkt man: Ach so. Das gehört offenbar alles zusammen.

Perimenopause, Menopause und Postmenopause – was bedeutet was?

Spätestens wenn man anfängt, nach Wechseljahren zu suchen, tauchen plötzlich Begriffe auf, die vorher im eigenen Leben keine besonders große Rolle gespielt haben.

Perimenopause.

Menopause.

Postmenopause.

Und irgendwo dazwischen auch noch Prämenopause.

Man möchte eigentlich nur wissen, warum man nachts um drei Uhr hellwach ist und landet stattdessen in einem kleinen medizinischen Vokabeltest.

Dabei lässt sich das Ganze relativ einfach auseinanderhalten.

Die Perimenopause ist die Übergangszeit rund um die letzte Monatsblutung. Die Zyklen werden unregelmäßiger, Eisprünge finden seltener statt und die Hormone schwanken stärker.

Die Menopause ist streng genommen keine jahrelange Phase, sondern die letzte Monatsblutung. Dass sie tatsächlich die letzte war, weiß man allerdings erst rückblickend, wenn zwölf Monate lang keine weitere natürliche Periode gekommen ist.

Die Postmenopause ist die gesamte Lebensphase danach.

Der Begriff Prämenopause wird häufig allgemein für die Zeit vor der Menopause verwendet. Medizinisch ist er allerdings weniger eindeutig. Deshalb werde ich hier hauptsächlich mit Perimenopause, Menopause und Postmenopause arbeiten.

Damit wissen wir wenigstens, wovon wir reden.

Wehceljahre verstehen (1)

Die Perimenopause - kurz erklärt

Das war für mich einer der größten Aha-Momente.

Ich hatte Wechseljahre gedanklich immer ungefähr so sortiert:

Periode da = alles wie immer.

Periode weg = Wechseljahre.

Schön übersichtlich.

Nur leider falsch.

Die Perimenopause beginnt vor der letzten Monatsblutung. Die Eierstöcke reagieren zunehmend unregelmäßig, Eisprünge finden nicht mehr in jedem Zyklus statt und die Zykluslänge kann stärker schwanken.

Nach dem medizinischen STRAW+10-Modell zeigt sich die frühe menopausale Übergangsphase unter anderem durch deutlichere Unterschiede zwischen aufeinanderfolgenden Zyklen. In der späteren Übergangsphase können Blutungspausen von 60 Tagen oder länger auftreten.

Das heißt: Du kannst deine Periode noch bekommen und trotzdem längst mitten in der hormonellen Umstellung stecken.

Und genau deshalb sollten wir uns zwei Hormone genauer anschauen.

Östrogen – deutlich mehr als nur ein „Frauenhormon“

Östrogen kannte ich natürlich schon vorher.

Nur hatte ich es gedanklich hauptsächlich bei Zyklus und Schwangerschaft abgelegt.

Dabei wirkt Östrogen an ziemlich vielen Stellen im Körper. Es spielt unter anderem eine Rolle für die Gebärmutterschleimhaut, die Knochen, Schleimhäute und verschiedene Prozesse im Nervensystem.

Im normalen Zyklus hilft Östrogen dabei, dass sich die Gebärmutterschleimhaut nach der Menstruation wieder aufbaut.

Und jetzt kommt der Teil, der die Perimenopause so unberechenbar machen kann:

Östrogen sinkt nicht einfach jeden Monat ein bisschen weiter ab.

Gerade während der Perimenopause kann der Östrogenspiegel stark schwanken. Ein Zyklus kann hormonell ganz anders aussehen als der nächste. In der späten Übergangsphase können diese Schwankungen besonders ausgeprägt sein.

Ich hatte mir das vorher eher wie einen langsam leer werdenden Tank vorgestellt.

Tatsächlich ist es zeitweise eher eine Fahrt mit jemandem am Lautstärkeregler, der offenbar nicht beschlossen hat, sich für eine Einstellung zu entscheiden.

Mal mehr.

Mal weniger.

Und unser Körper darf dann herausfinden, wie er damit klarkommt.

Wehceljahre verstehen (2)

Progesteron – das Hormon nach dem Eisprung

Progesteron funktioniert etwas anders.

Es wird hauptsächlich nach dem Eisprung gebildet. Aus dem zurückbleibenden Follikel entsteht der sogenannte Gelbkörper, der Progesteron produziert.

Progesteron bereitet unter anderem die Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft vor.

Kommt keine Schwangerschaft zustande, fallen die Hormonspiegel wieder ab und die Monatsblutung beginnt.

Und damit wird plötzlich verständlich, warum Progesteron in der Perimenopause eine besondere Rolle spielt.

Wenn Eisprünge unregelmäßiger werden oder ganz ausbleiben, gibt es in diesen Zyklen auch keinen normalen Progesteronanstieg nach dem Eisprung. Gleichzeitig kann Östrogen weiterhin deutlich schwanken. Die hormonelle Balance verändert sich also, lange bevor die Periode endgültig verschwunden ist.

Das erklärt zumindest einen Teil dieses Gefühls:

Letzten Monat war doch noch alles halbwegs normal. Was ist denn jetzt passiert?

Und was ist dann diese Östrogendominanz?

Wer länger als fünf Minuten nach Hormonen googelt, kommt an diesem Begriff kaum vorbei.

Östrogendominanz.

Klingt wunderbar eindeutig.

Östrogen hat übernommen, Progesteron liegt vermutlich irgendwo gefesselt im Keller und jetzt wissen wir endlich, wer schuld ist.

Ganz so ordentlich ist die Sache leider nicht.

Häufig ist damit gemeint, dass im Verhältnis weniger Progesteron zur Verfügung steht, beispielsweise weil ein Eisprung ausgeblieben ist, während weiterhin Östrogen produziert wird.

Das bedeutet nicht automatisch, dass dauerhaft zu viel Östrogen vorhanden ist.

Gerade in der Perimenopause kann Östrogen stark schwanken.

Deshalb würde ich nicht jedes Brustspannen, jeden Blähbauch oder jeden schlechten Tag vorschnell unter „Östrogendominanz“ abspeichern.

Der Hormonhaushalt ist leider komplizierter als eine hübsche Instagram-Grafik.

Woran kann man merken, dass die Perimenopause begonnen hat?

Bei vielen Frauen verändert sich zunächst der Zyklus.

Die Periode kommt früher oder später. Die Blutung kann stärker oder schwächer werden. Die Abstände verändern sich oder eine Blutung bleibt irgendwann ganz aus.

Aber die Periode ist längst nicht das Einzige, was sich verändern kann.

Zu den möglichen Beschwerden gehören unter anderem Hitzewallungen, Nachtschweiß, Schlafprobleme, Veränderungen der Stimmung, Konzentrationsprobleme, vaginale Trockenheit sowie Muskel- und Gelenkbeschwerden. Manche Frauen haben starke Beschwerden, andere kaum welche.

Und genau das macht die Wechseljahre manchmal so schwer zu erkennen.

Wer nachts plötzlich schwitzend das Fenster aufreißt, kommt vielleicht relativ schnell auf Hormone.

Wer einfach ständig müde ist, schlechter schläft, das Gefühl hat zuzunehmen oder plötzlich seine Gelenke stärker spürt, denkt vielleicht erst einmal an ganz andere Dinge.

 

 

Wehceljahre verstehen (4)

Warum verändert sich mein Körper plötzlich so?

Ich glaube, das ist einer der Momente, in denen viele Frauen zum ersten Mal wirklich merken:

Irgendetwas ist anders.

Nicht unbedingt wegen einer Hitzewallung und auch nicht, weil die Periode plötzlich komplett verschwunden ist.

Manchmal ist es schlicht die Jeans.

Diese eine Jeans, die bisher ziemlich zuverlässig war und plötzlich der Meinung ist, dass Knöpfe völlig überbewertet werden.

Und dann steht man da, zieht am Bund und denkt:

Ich esse doch gar nicht anders als früher.

Das Gemeine daran: Vielleicht stimmt das sogar.

Denn rund um die Wechseljahre verändert sich nicht nur das Gewicht, sondern häufig auch die Körperzusammensetzung und Fettverteilung. Studien zeigen, dass während des menopausalen Übergangs die Fettmasse zunehmen und die fettfreie beziehungsweise Muskelmasse abnehmen kann. Außerdem verschiebt sich Fett häufiger stärker in Richtung Bauchraum. Das gesamte Gewicht wird gleichzeitig auch stark durch das Älterwerden, Bewegung, Ernährung, Schlaf und andere Faktoren beeinflusst.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Die Wechseljahre bedeuten nicht automatisch:

Östrogen runter = zehn Kilo drauf.

Aber sie können die Bedingungen verändern.

Und wenn gleichzeitig der Schlaf schlechter wird, die Energie fehlt, Stress höher ist und Bewegung im Alltag weniger wird, entsteht schnell eine Mischung, gegen die dieselbe Strategie wie mit 30 nicht mehr besonders beeindruckend wirkt.

Mich beruhigt daran tatsächlich ein Gedanke:

Der Körper arbeitet nicht plötzlich gegen uns. Seine Bedingungen verändern sich.

Und dann dürfen sich eben auch unsere Strategien verändern.

Für mich bedeutet das weniger: nächste Diät.

Und mehr: Wie bekomme ich vernünftiges Essen so in meinen Alltag, dass ich nicht abends um halb acht aus Hunger alles esse, was keine Fluchttendenz zeigt?

Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Eiweiß, Gemüse, Ballaststoffe und ein bisschen Vorbereitung können dabei viel entspannter sein als das nächste komplizierte Ernährungsprogramm.

Genau deshalb finde ich Mealprep inzwischen ziemlich praktisch.

Nicht als Sonntagsprojekt mit 17 identischen Plastikdosen und gekochtem Brokkoli für eine mittlere Fußballmannschaft.

Sondern als einfache Vorbereitung, damit an stressigen Tagen bereits etwas Vernünftiges da ist.

Weiterlesen: Mein Mealprep-Guide für einen entspannteren Alltag

Und noch etwas wird mit zunehmendem Alter wichtiger: unsere Muskulatur.

Kraft- und Widerstandstraining helfen dabei, Muskelmasse zu erhalten. Gerade wenn sich die Körperzusammensetzung verändert, ist das langfristig deutlich interessanter als nur die Zahl auf der Waage.

Vielleicht ist das also gar nicht der Moment, den eigenen Körper noch strenger zu behandeln.

Vielleicht ist es eher der Moment, ihn neu kennenzulernen.

Warum fühlt sich plötzlich so vieles anders an?

Wenn sich Östrogen und Progesteron verändern, betrifft das eben nicht nur die Monatsblutung.

Das ist wahrscheinlich der Punkt, den ich am meisten unterschätzt habe.

Hormone wirken an verschiedenen Stellen im Körper, und deshalb können Veränderungen auch Dinge betreffen, die man zunächst überhaupt nicht mit den Eierstöcken verbindet.

  • Schlaf
  • Stimmung
  • Temperaturregulation
  • Muskeln und Gelenke
  • Schleimhäute
  • Sexualität
  • Konzentration

 

Und dann gibt es Beschwerden wie

  • Müdigkeit,
  • Gewichtszunahme
  • Wassereinlagerungen
  • Verdauungsprobleme

 

bei denen die Sache weniger eindeutig wird.

Sie können in dieser Lebensphase auftreten, müssen aber nicht automatisch von den Wechseljahren kommen. Und genau deshalb werden wir diese Themen noch genauer betrachten.

Wenn es plötzlich unten trocken wird

Darüber spricht man wahrscheinlich noch weniger gern als über Hitzewallungen – dabei ist Scheidentrockenheit in den Wechseljahren alles andere als ungewöhnlich.

Wenn Östrogen zurückgeht, kann sich nämlich nicht nur der Zyklus verändern. Auch die Schleimhäute im Intimbereich reagieren darauf. Sie können dünner, trockener und weniger elastisch werden, gleichzeitig nimmt die natürliche Feuchtigkeit ab. Das kann sich durch Trockenheit, Brennen, Reizungen oder Schmerzen beim Sex bemerkbar machen. Bei stärkerer Trockenheit kann empfindliches Gewebe durch Reibung sogar leichter wund werden oder kleine Einrisse bekommen.

Und damit hört das Thema leider nicht unbedingt auf.

Östrogen beeinflusst auch das Gewebe rund um Harnröhre und Blase. Gleichzeitig kann sich das vaginale Milieu verändern. Dadurch können die natürlichen Schutzmechanismen schwächer werden und Blasenentzündungen bei manchen Frauen häufiger auftreten. Das liegt also nicht nur daran, dass trockene Haut vielleicht kleine Risse bekommt, sondern an einer ganzen Reihe von Veränderungen im Intim- und Harnwegsbereich.

Genau hier habe ich irgendwann verstanden, dass mehrere Dinge gern in einen Topf geworfen werden, obwohl sie nicht dasselbe sind.

Milchsäurebakterien können für die Intimflora interessant sein. Feuchtigkeit ersetzen sie aber nicht.

Wenn die Schleimhaut trocken ist, sind deshalb Feuchtigkeitsprodukte oder bei Bedarf ein Gleitgel die direktere Unterstützung. Milchsäurebakterien können zusätzlich interessant sein, wenn es darum geht, das vaginale Milieu und die Intimflora zu unterstützen.

Und wenn Blasenentzündungen plötzlich immer wieder auftreten, würde ich das nicht einfach unter „Pech gehabt“ abhaken. Gerade rund um die Menopause kann der Östrogenmangel dabei eine Rolle spielen. Bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten gehört deshalb auch die Schleimhautgesundheit mit auf den Tisch. Vaginales Östrogen ist beispielsweise eine medizinisch etablierte Möglichkeit, die bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten nach der Menopause erwogen werden kann.

Flora Intima

Wenn sich mit den hormonellen Veränderungen auch die Intimflora verändert, können Milchsäurebakterien interessant werden. Sie ersetzen allerdings keine Feuchtigkeitspflege bei trockener Schleimhau

Was ist eigentlich die Menopause?

Hier steckt noch ein erstaunlich häufiges Missverständnis.

Die Menopause ist streng genommen keine Phase, durch die wir jahrelang laufen.

Sie ist die letzte Monatsblutung.

Das Problem ist nur:

An diesem Tag weiß niemand, dass es die letzte war.

Erst wenn anschließend zwölf Monate keine weitere natürliche Periode gekommen ist, kann man rückblickend sagen:

Diese Blutung war die Menopause.

Eine einzige ausgefallene Periode bedeutet also noch nicht, dass die Menopause erreicht ist.

Auch längere Abstände und unregelmäßige Blutungen können noch zur Perimenopause gehören.

Was ein bisschen unfair ist.

Nicht einmal beim großen Finale gibt es einen Abspann.

Und danach? Die Postmenopause

Nach der Menopause beginnt die Postmenopause.

Und nein, auch dann erscheint leider niemand mit einem Zertifikat:

Herzlichen Glückwunsch, Wechseljahre erfolgreich abgeschlossen.

Denn hormonell verändert sich der Körper auch nach der letzten Periode weiter.

Das STRAW+10-Modell unterscheidet deshalb sogar zwischen früher und später Postmenopause. In den ersten Jahren nach der letzten Monatsblutung stabilisieren sich die hormonellen Veränderungen erst allmählich.

Manche Beschwerden werden schwächer.

Andere können länger bleiben.

Und Themen wie Knochen, Muskelmasse sowie Veränderungen im Vaginal- und Harnwegsbereich werden langfristig wichtiger.

Postmenopause bedeutet also nicht:

Alles wieder wie vorher.

Es bedeutet eher: Der Körper ist in einer neuen hormonellen Phase angekommen.

Kann ich mit Anfang oder Mitte 40 schon in den Wechseljahren sein?

Ja, das kannst du durchaus.

Die natürliche Menopause tritt zwar meistens zwischen 45 und 55 Jahren ein, die Perimenopause beginnt aber oft schon mehrere Jahre vorher.

Deshalb ist man Anfang oder Mitte 40 nicht automatisch „zu jung“, um erste Veränderungen zu bemerken.

Eine Menopause zwischen 40 und 44 Jahren wird als frühe Menopause bezeichnet. Vor dem 40. Lebensjahr spricht man von einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz, die medizinisch abgeklärt werden sollte.

Auch deshalb bringt der Vergleich mit anderen Frauen nur begrenzt etwas.

Vielleicht hatte deine Mutter mit 52 ihre letzte Periode und kaum Beschwerden.

Vielleicht erzählt dir eine Freundin, dass sie mit 47 noch überhaupt nichts merkt.

Schön für beide.

Der eigene Körper hat deswegen leider keinen Termin im Kalender eingetragen.

Warum ein Hormonwert nicht unbedingt die große Antwort liefert

Natürlich hatte ich irgendwann auch diesen Gedanken:

Dann bestimmt man einfach die Hormone.

FSH, Östrogen, Progesteron – einmal Blut abnehmen und endlich weiß man, wo man steht.

Wäre ausgesprochen praktisch.

Gerade in der Perimenopause können Hormonwerte allerdings stark schwanken. Ein einzelner Wert ist deshalb zunächst eine Momentaufnahme und kann einige Wochen später schon ganz anders aussehen.

NICE empfiehlt deshalb bei ansonsten gesunden Frauen ab 45 Jahren mit typischen Wechseljahresbeschwerden und Veränderungen des Zyklus normalerweise keine routinemäßigen Hormonuntersuchungen zur Diagnose der Perimenopause oder Menopause. Entscheidend sind vor allem Alter, Beschwerden und Zyklusverlauf.

Das heißt nicht, dass Blutuntersuchungen plötzlich sinnlos wären.

Wenn Müdigkeit beispielsweise auch zu Eisenmangel oder einer Schilddrüsenerkrankung passen könnte, können Laborwerte sehr wichtig sein.

Nur den einen Hormonwert, der zuverlässig sagt:

Sie befinden sich heute exakt bei 63 Prozent Perimenopause.

Den gibt es leider nicht.

Müdigkeit ist nicht automatisch ein Wechseljahressymptom

Das ist mir besonders wichtig.

Wenn man erst einmal verstanden hat, dass Hormone eine ganze Menge beeinflussen können, entsteht schnell das nächste Problem:

Plötzlich sind die Wechseljahre an allem schuld.

Müde?

Hormone.

Schlechter Tag?

Hormone.

Rücken?

Hormone.

Kaffeemaschine kaputt?

Vermutlich auch Östrogen.

Ganz so einfach dürfen wir es uns nicht machen.

Müdigkeit kann während der Perimenopause durchaus vorkommen, zum Beispiel weil Schlafprobleme oder nächtliche Beschwerden die Erholung stören.

Aber Müdigkeit kann genauso mit Eisenmangel, Schilddrüsenproblemen, Schlafstörungen, Medikamenten, Ernährung oder anderen gesundheitlichen Ursachen zusammenhängen.

Dasselbe gilt für Gewichtsveränderungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden oder einen ständig aufgeblähten Bauch.

Die Wechseljahre erklären viel.

Sie erklären nicht automatisch alles.

Wehceljahre verstehen (3)

Ein Symptomtagebuch klingt langweilig – ist aber überraschend hilfreich

Ich gebe zu: Der Begriff Symptomtagebuch löst bei mir nicht automatisch Begeisterungsstürme aus.

Man hat ja schließlich noch andere Hobbys.

Aber ein paar Dinge aufzuschreiben kann tatsächlich helfen.

Wann kam die Periode? Wie lang war der Zyklus? War die Blutung anders als gewohnt? Wie war der Schlaf? Gab es Hitzewallungen oder bestimmte Beschwerden, die wiederholt auftauchten?

Nach einigen Monaten sieht man manchmal Muster, die im normalen Alltag einfach untergehen.

Und genau diese Informationen können auch bei einem Arztgespräch hilfreicher sein als:

Irgendwie ist seit einem halben Jahr alles komisch.

Wechseljahre verstehen (1)

Und wo ordnest du dich ein?

Vielleicht bekommst du deine Periode noch ziemlich regelmäßig und bemerkst nur einzelne Veränderungen.

Vielleicht werden die Abstände größer.

Vielleicht ist eine Blutung schon einmal komplett ausgeblieben und danach wiedergekommen.

Oder vielleicht liegt deine letzte Periode bereits viele Monate zurück.

Du musst dich nicht selbst diagnostizieren.

Aber wenn du deinen Zyklus und deine Veränderungen ein bisschen genauer beobachtest, bekommst du häufig ein deutlich besseres Gefühl dafür, was gerade passiert.

Und manchmal ist allein das schon eine Erleichterung.

Nicht, weil damit plötzlich alles wieder normal ist.

Sondern weil aus diesem diffusen:

Was stimmt denn jetzt plötzlich mit mir nicht?

langsam ein:

Okay. Jetzt verstehe ich zumindest, was da möglicherweise passiert.

wird.

Was ich selbst zusätzlich nutze

Neben Ernährung und Bewegung beschäftige ich mich inzwischen auch mit pflanzlichen Begleitern und Magnesium. Dabei bin ich unter anderem auf Pflanzenstoffe wie Rotklee, Yamswurzel und Salbei gestoßen.

Rotklee enthält Isoflavone, die zu den sogenannten Phytoöstrogenen gehören. Das sind keine Hormone, sondern Pflanzenstoffe mit einer gewissen strukturellen Ähnlichkeit zu Östrogen.

Wenn du dir solche Produkte ebenfalls anschauen möchtest, würde ich nicht irgendeinen „Hormon-Komplex“ wählen, sondern auf eine klar deklarierte Zusammensetzung und standardisierte Pflanzenextrakte achten.

Meine Auswahl für die Wechseljahre:
Wechselwunder kombiniert Yamswurzel, Rotklee, Salbei und Reishi in einer Rezeptur.

→ Wechselwunder Menokomplex*

Magnesium gehört bei mir ebenfalls fest zur Routine. Ich nehme es jeden Abend und kann zumindest aus meiner eigenen Erfahrung sagen: Probleme beim Einschlafen oder stundenlanges Wachliegen kenne ich nicht. Ob das allein am Magnesium liegt, kann ich natürlich nicht behaupten – Schlaf hängt schließlich von deutlich mehr ab. Für mich gehört es trotzdem inzwischen ganz selbstverständlich zu meinem Abend.

→ Meine Magnesium-Empfehlung ansehen*

*Affiliate-Link: Wenn du über diesen Link einkaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Wechselwunder

Magnesium_Bisglycinat

Magnesium

Was sollte man nicht einfach auf die Wechseljahre schieben?

So viele unterschiedliche Beschwerden hormonell beeinflusst sein können, es gibt Grenzen.

Neue, sehr starke oder ungewöhnlich lange Beschwerden sollte man nicht automatisch unter „Wechseljahre“ abheften.

Das gilt auch für ungewöhnlich starke Blutungen.

Besonders wichtig: Wenn nach zwölf Monaten ohne Monatsblutung wieder eine vaginale Blutung auftritt, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.

Nicht, weil automatisch etwas Ernstes dahintersteckt.

Sondern weil eine Blutung nach der Menopause untersucht gehört.

Und generell finde ich diesen Gedanken ziemlich hilfreich:

Wir müssen unseren Körper weder bei jedem Ziehen panisch überwachen noch sämtliche Beschwerden einfach hinnehmen, weil wir jetzt eben in einem bestimmten Alter sind.

Dazwischen gibt es erfreulicherweise noch ziemlich viel Platz.

Mein Fazit: Wechseljahre beginnen oft viel früher, als wir denken

Ich hatte Wechseljahre lange als etwas betrachtet, das irgendwann später passiert.

Die Periode hört auf.

Man bekommt vielleicht Hitzewallungen.

Thema erledigt.

Mit 49 musste ich feststellen, dass mein Körper diese ausgesprochen übersichtliche Vorstellung offenbar nicht gelesen hatte.

Heute weiß ich:

Die eigentliche Geschichte beginnt häufig lange vor der letzten Periode.

Eisprünge werden unregelmäßiger. Dadurch verändert sich Progesteron. Östrogen schwankt teilweise kräftig. Der Zyklus verhält sich plötzlich anders und irgendwo dazwischen tauchen Dinge auf, die man zunächst überhaupt nicht miteinander verbindet.

Der Schlaf verändert sich.

Die Jeans geht nicht mehr so freundlich zu wie früher.

Die Konzentration macht gelegentlich ohne Genehmigung Feierabend.

Muskeln oder Gelenke melden sich.

Oder man sitzt irgendwann da und stellt sich genau die Frage:

Kann das wirklich schon sein?

Ja.

Kann es.

Aber gleichzeitig muss nicht jede neue Beschwerde automatisch von den Wechseljahren kommen.

Und genau deshalb möchte ich diese Serie Schritt für Schritt aufbauen.

Nicht mit der Antwort:

„Sind halt die Hormone.“

Und ganz sicher nicht mit:

„Da musst du jetzt durch.“

Sondern mit den Fragen, die tatsächlich entstehen, wenn der eigene Körper plötzlich anfängt, seine Regeln zu verändern, ohne vorher die aktualisierten Geschäftsbedingungen zu schicken.

Warum bleibt die Periode aus und trotzdem fühlt sich alles an, als würde sie jeden Moment kommen?

Warum spielt plötzlich der Darm mit?

Warum verändert sich das Gewicht?

Was passiert mit Schlaf, Wassereinlagerungen, Muskeln und Gelenken?

Und wo können Ernährung, Bewegung, Magnesium, Vitamin D oder andere Nährstoffe tatsächlich sinnvoll unterstützen?

Denn je besser ich verstehe, was mein Körper gerade macht, desto weniger fühlt sich das Ganze nach einem unbekannten Durcheinander an.

Und falls du hier gelandet bist, weil du immer noch denkst:

„Dafür bin ich doch noch viel zu jung.“

Dann bist du damit vermutlich nicht allein.

Wechseljahre verstehen (2)

Häufige Fragen zu Wechseljahren und Perimenopause

Was ist der Unterschied zwischen Wechseljahren und Menopause?

Die Wechseljahre beschreiben die gesamte hormonelle Übergangszeit rund um das Ende der fruchtbaren Lebensphase. Die Menopause bezeichnet dagegen die letzte Monatsblutung. Sicher lässt sie sich erst rückblickend feststellen, wenn zwölf Monate lang keine weitere natürliche Periode aufgetreten ist.

Was ist die Perimenopause?

Die Perimenopause ist die Übergangszeit rund um die letzte Monatsblutung. In dieser Zeit werden die Zyklen zunehmend unregelmäßig, Eisprünge finden seltener statt und die Spiegel von Östrogen und Progesteron verändern sich.

Kann ich in der Perimenopause sein, obwohl ich meine Periode noch bekomme?

Ja. Genau das ist typisch. Die Perimenopause beginnt bereits vor der letzten Monatsblutung. Die Periode kann noch über Jahre kommen, obwohl sich Eisprünge, Zykluslänge und Hormonproduktion bereits verändern.

Ab welchem Alter können die Wechseljahre beginnen?

Die Menopause tritt meistens zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr ein, im Durchschnitt ungefähr mit 51. Die Perimenopause kann bereits mehrere Jahre vorher beginnen.

Welche Hormone verändern sich in den Wechseljahren?

Besonders wichtig sind Östrogen und Progesteron. Östrogen kann während der Perimenopause stark schwanken. Gleichzeitig werden Eisprünge zunehmend unregelmäßig, wodurch auch der typische Progesteronanstieg nach dem Eisprung häufiger ausbleibt.

Warum nehme ich in den Wechseljahren am Bauch zu?

Nicht jede Frau nimmt automatisch wegen der Wechseljahre zu. Mit zunehmendem Alter steigt das Gewicht bei vielen Menschen ohnehin leichter. Die hormonelle Umstellung kann jedoch zusätzlich die Körperzusammensetzung und Fettverteilung verändern: Fett wird häufiger stärker im Bauchraum gespeichert, während Muskelmasse leichter abnimmt.

Brauche ich einen Hormontest, um die Perimenopause festzustellen?

Bei ansonsten gesunden Frauen ab 45 mit typischen Beschwerden und Veränderungen des Zyklus normalerweise nicht. NICE empfiehlt, Perimenopause und Menopause in dieser Altersgruppe in erster Linie anhand von Beschwerden und Menstruationsverlauf zu beurteilen.

Können Wechseljahre Muskel- und Gelenkschmerzen verursachen?

Muskel- und Gelenkbeschwerden gehören zu den möglichen Beschwerden während der Wechseljahre. Trotzdem sollten neue oder starke Schmerzen nicht automatisch auf Hormone geschoben werden, weil auch viele andere Ursachen möglich sind.

Das könnte dich auch interessieren

Wechseljahre ab 40

Wechseljahre ab 40: Was passiert im Körper?

Wechseljahre ab 40? Erfahre, was Perimenopause, Menopause und Postmenopause bedeuten und warum Östrogen und Progesteron schon Jahre vorher schwanken können.

Mealprep für Anfänger – ohne Stress

Mealprep muss weder kompliziert noch langweilig sein. So planst du Mahlzeiten, kaufst gezielter ein und bereitest Essen für mehrere Tage einfach vor.
KI-Bild

Pin dich Reich Akademie Erfahrungen: Mein ehrlicher Test 2026

Pin dich Reich Akademie Erfahrungen: Ich habe den Kurs selbst gekauft und zeige dir, was dich erwartet, für wen er sich lohnt und was du vor dem Kauf wissen solltest.