2026 Madeira Urlaub planen und Erfahrungen
10 Tage mit Mietwagen, Wanderungen, Wetter, Hotel, Packliste, Pannen und Tipps für deine Reise.
- Diana
- 20. Mai 2026

Du planst einen Madeira Urlaub und willst wissen, was wirklich wichtig ist? In diesem Reisebericht teile ich unsere ehrlichen Erfahrungen aus 10 Tagen Madeira mit Mietwagen, Wanderungen, Wetterwechsel, Hotel, Packliste, kleinen Pannen und echten Tipps für deine Planung.
Madeira stand schon lange auf unserer Liste. Nicht als klassischer Badeurlaub, nicht für zwei Wochen Sonnenliege und auch nicht für dieses „wir bleiben einfach im Hotel, weil draußen ja auch nur Landschaft ist“ Programm. Wir wollten wandern, die Insel mit dem Mietwagen erkunden, kleine Orte sehen, gutes Essen finden und herausfinden, ob Madeira wirklich so besonders ist, wie alle sagen.
Ende April ging es für zehn Tage auf die Insel. Mit Mietwagen, Wanderschuhen, Regenjacke, zu viel Kleidung im Koffer und dem festen Vorsatz, möglichst viel zu sehen, ohne komplett in Freizeitstress zu kippen. Hat nicht immer funktioniert. Aber genau deshalb gibt es jetzt diesen Artikel.
Ich nehme dich mit durch unsere ehrlichen Madeira Erfahrungen: vom kleinen Flughafen über unser Hotel im Westen, das Autofahren mit Steigungen, Tunneln und Kreisverkehren, die Wanderungen PR8 und Pico Ruivo, die verpassten 25 Fontes, schöne Orte wie Calheta und Funchal, unsere Packliste und die Dinge, die wir beim nächsten Mal anders machen würden.
Außerdem erzähle ich dir, wie uns ChatGPT bei der Reiseplanung geholfen hat, wo es wirklich praktisch war und was du trotzdem selbst prüfen musst. Gerade bei Wanderwegen, Wetter, Buchungen und Öffnungszeiten sollte man nämlich nicht blind vertrauen. Madeira ist wunderschön, aber sie organisiert sich nicht für dich.
Wenn du Madeira Urlaub planen möchtest und keine Lust auf weichgespülte Reiseführer Tipps hast, bekommst du hier unsere echten Erfahrungen. Mit schönen Momenten, kleinen Pannen, klaren Empfehlungen und ein paar ehrlichen Sätzen darüber, was wir nicht noch einmal machen würden.
Warum Madeira für uns überhaupt interessant war
Wir sind gern aktiv unterwegs. Wandern, Fahrrad, Mountainbike, Gravel, Roadtrips, Natur. Wir mögen keine große Hitze und wir gehören nicht zu den Menschen, die zwei Wochen All Inclusive buchen und dann stolz erzählen, dass sie das Hotelgelände nur einmal verlassen haben, um Sonnencreme zu kaufen.
Madeira passte deshalb ziemlich gut zu uns.
Die Insel ist klein genug, um sie mit dem Mietwagen zu erkunden, aber groß genug, dass man nach drei Tagen nicht das Gefühl hat, alles gesehen zu haben. Es gibt Berge, Küstenstraßen, Levadas, kleine Orte, Aussichtspunkte, Wälder, Wasserfälle und Wanderwege, die auf Fotos oft harmloser aussehen, als sie sich später in den Beinen anfühlen.
Vor dem Wetter hatte ich keine große Sorge. Wir waren vorbereitet. Regenjacke, Fleece, Wandersachen, feste Schuhe, alles dabei. Ich wusste, dass Madeira wechselhaft sein kann. Genau genommen fand ich das sogar angenehm. Ich brauche keinen Urlaub, bei dem man morgens schon weiß, dass man spätestens mittags wie ein Käsebrötchen in der Sonne liegt.
Was ich allerdings unterschätzt habe, waren manche Wanderungen. Nicht alle. Aber einige. Vor allem in Kombination mit meinem Asthma.
Auf dem Papier liest sich „mittelschwer“ immer freundlich. In echt kann „mittelschwer“ bedeuten, dass dein Körper unterwegs kurz fragt, ob du noch alle organisatorischen Entscheidungen im Griff hast.
in diesem Artikel
- Warum Madeira für uns überhaupt interessant war
- Ankommen auf Madeira
- Unser Hotel im Westen der Insel
- Die Lage hat für uns gut funktioniert
- Unser erster Eindruck von Madeira
- Was uns direkt aufgefallen ist
- Mietwagen auf Madeira: gute Idee, schlechte Reifen und ein Auto mit Vorgeschichte
- Warum Zusatzversicherung auf Madeira keine schlechte Idee ist
- Autofahren auf Madeira ist machbar, aber man sollte wach sein
- Die Steigungen sind kein Gerücht
- Tunnel, Tunnel und noch mehr Tunnel
- Kreisverkehre gehören zum Alltag
- Parken auf Madeira
- Bezahlen auf Madeira: Kreditkarte, EC, Bargeld und Multibanco
- Die Straßen in den Orten
- Wichtig: Wanderwege auf Madeira vorher prüfen und buchen
- Wandern auf Madeira: schön, anstrengend und manchmal ehrlicher als erwartet
- Die Ostküste
- Pico Ruivo: schöner Weg, aber die Höhenmeter melden sich
- 25 Fontes: die Wanderung, die wir nicht machen konnten
- Risco Wasserfall als Alternative
- Was ich beim Wandern auf Madeira gelernt habe
- Die richtige Ausrüstung macht einen Unterschied
- Unsere ehrlichste Wander Erkenntnis
- Orte und Ausflüge auf Madeira: was hängen geblieben ist
- Calheta: ein Ort zum kurz runterkommen
- Porto Moniz: schön, aber für uns kein zweites Muss
- Funchal: sehenswert, aber nicht unser Mittelpunkt
- Die Bootstour: Wale von weitem und Wetter zum Mitnehmen
- Das Whale Museum: besser als erwartet
- Küstenorte: einfach mal stehen bleiben
- Aussichtspunkte: schön, aber nicht jeder braucht einen großen Namen
- Essen auf Madeira: weniger Sorge, mehr Prego
- Wein, Zuckerrohr und Rum
- Was von diesen Ausflügen wirklich bleibt
- Was wir beim nächsten Mal anders machen würden
- Wetter und Kleidung auf Madeira
- Unsere Madeira Packliste für aktive Urlauber
- Apps und Planung
- Wie ChatGPT uns bei der Reiseplanung geholfen hat
- Fazit
- Häufige Fragen zu unserem Madeira Urlaub
Ankommen auf Madeira
Der Flug kam mir länger vor, als ich erwartet hatte. Vielleicht lag es einfach an der Stunde die man zurück fliegt. Irgendwann sitzt man da, schaut aus dem Fenster und fragt sich, ob der Atlantik vielleicht doch größer ist, als er auf der Karte aussieht.
Dann tauchte endlich Madeira auf.
Der erste Blick auf das Meer und die Insel war genau dieser Moment, bei dem man kurz still wird. Und Einfach nur dieses Gefühl hat: Jetzt sind wir wirklich da.
Nach so langer Vorfreude begann endlich das Abenteuer.
Der Flughafen selbst hat mich überrascht. Er ist kleiner, als ich ihn mir vorgestellt hatte. Und die Landung ging ziemlich schnell. Madeira ist ja für seinen Flughafen bekannt, deshalb achtet man automatisch mehr darauf. Ich hatte keine richtige Angst, aber ich war wach. Sehr wach.
Es war dieses typische Ankommen im Urlaub. Man ist müde, aber gleichzeitig viel zu neugierig, um einfach nur müde zu sein. Man will alles aufnehmen, die Luft, das Licht, das Meer, die Berge im Hintergrund.
Schon auf dem Weg merkte ich, dass Madeira nicht einfach nur eine grüne Insel ist. Die Landschaft wirkt kompakt, steil und direkt. Man ist sofort mittendrin. Keine langsame Eingewöhnung, kein sanftes „Willkommen, hier ist erst mal alles flach“. Madeira steht da und sagt: Hier sind Berge, Tunnel, Kurven und Meer. Komm klar.
Unser Hotel im Westen der Insel
Unser Hotel lag im Westen der Insel, oben auf einem Berg. Ruhig, am Ende einer Straße, direkt bei einem Wanderweg, danach kam nicht mehr viel.
Genau das mochte ich.
Jedes Zimmer hatte Meerblick, es gab Pools, Sauna, eine Terrasse und wirklich schöne Sonnenuntergänge. Diese Art von Sonnenuntergang, bei der man eigentlich nur kurz ein Foto machen will und am Ende doch 38 Bilder hat, die fast gleich aussehen. Aber man macht sie trotzdem, schließlich ist man im Urlaub und verliert vorübergehend jede Kontrolle über die Galerie.
Wir hatten Frühstück und Abendessen im Hotel. Halbpension also und ich würde es genauso wieder machen.
Nach einem langen Wandertag hatten wir keine Lust, noch einmal loszufahren, einen Parkplatz zu suchen, ein Restaurant zu finden oder selbst zu kochen. Das klingt nicht spektakulär, war aber eine der besten Entscheidungen der Reise. Man kommt zurück, duscht, zieht sich um und weiß: Essen ist da.
Kein Suchen, kein Diskutieren, kein „lass uns nur schnell irgendwo hin“, was auf Madeira je nach Lage direkt wieder eine kleine Expedition werden kann. Kein Schatz was gibt es zu Essen, der meist gesagte Satz und Streitpunkt in einer Beziehung.
Das Buffet war gut organisiert. Es gab viele Kellner, die Tische wurden schnell abgeräumt und neu eingedeckt, das Essen war reichlich vorhanden. Natürlich ist ein Buffet nie jeden Tag ein kulinarisches Ereignis, bei dem man innerlich applaudiert. Aber es war solide, angenehm und nach den Wanderungen einfach praktisch.
Die Zimmer waren etwas hellhörig, das muss man sagen. Trotzdem war es insgesamt ruhig, weil das Hotel so abgeschieden lag. Für uns war das kein Problem. Ich brauche im Urlaub keine Dauerbeschallung vor der Tür. Ich brauche eher das Gefühl, nach einem vollen Tag irgendwo anzukommen und kurz nicht mehr funktionieren zu müssen.
Was nicht so schön war: Die vollen Mülleimer, die Wanderer zurückgelassen hatten. Die lagen auf unserem Weg zum Zimmer und wurden nicht besonders oft geleert. Kein Drama, aber es fiel auf. Jammern auf hohem Niveau, ja. Aber auch hohes Niveau darf kurz den Müll erwähnen.
Ansonsten kann ich über das Hotel wenig Schlechtes sagen. Es war sauber genug, alle waren freundlich und es war alles da, was man brauchte. Sogar ein Korkenzieher im Zimmere und ja, den braucht man. Wein gibt es dort nicht mal eben mit Schraubverschluss. Madeira nimmt manche Dinge offenbar noch ernst.
Die Lage hat für uns gut funktioniert
Da wir ein Auto hatten, kamen wir überall hin, für uns war die Lage deshalb kein Problem.
Ohne Mietwagen würde ich anders darüber nachdenken. Das Hotel bot zwar Fahrdienste an, zum Beispiel nach Funchal zum Umzug, natürlich gegen Bezahlung. Weiter oben im Ort fuhr auch ein Bus. Trotzdem würde ich sagen: Wer Madeira wirklich flexibel erkunden will, sollte ein Auto einplanen.
Für uns war die Mischung ideal.
Tagsüber unterwegs, abends zurück in die Ruhe. Keine Innenstadt, kein Lärm, kein ständiges Gewusel vor der Tür. Dafür Meerblick, Sonnenuntergänge und ein Ort, an dem man nach einem vollen Tag runterkommen konnte.
Ich würde das Hotel wieder buchen, nicht, weil alles perfekt war. Perfekt ist meistens sowieso verdächtig, sondern weil es zu unserer Art zu reisen gepasst hat.
Unser erster Eindruck von Madeira
Madeira hat mich direkt überwältigt.
Nicht laut, nicht mit diesem künstlichen „Wow, alles ist magisch“ Gefühl, das auf Instagram immer klingt, als hätte jemand zu lange an einer Duftkerze gerochen.
Es war eher diese ständige Abwechslung.
Meer, Berge, Tunnel, kleine Orte, Steile Straßen. Plötzlich ein Aussichtspunkt, dann Nebel, Sonne, Wind. Man fährt nicht einfach nur von einem Ort zum nächsten, man fährt durch Stimmungen.
Und genau das macht Madeira spannend, aber auch planungsintensiv.
Auf der Karte sieht vieles nah aus. In der Realität stehen da Kurven, Tunnel, Steigungen, Wetterwechsel und manchmal auch die Frage, ob man gerade wirklich diese Straße fahren wollte.
Das ist nicht negativ gemeint. Im Gegenteil, es macht die Insel lebendig, aber man sollte nicht glauben, dass man jeden Tag fünf große Highlights abhaken kann, ohne irgendwann müde zu werden. Vor allem, wenn man wandern will.
Wir haben viel gesehen. Vielleicht fast zu viel, aber beim ersten Mal Madeira will man eben nicht jeden zweiten Tag nur sitzen und sagen: „Ach, das machen wir dann irgendwann.“ Beim ersten Mal gewinnt meistens die Neugier gegen die Vernunft.
So war es bei uns auch.
Was uns direkt aufgefallen ist
Madeira ist touristisch, klar. An den bekannten Orten merkt man das natürlich. Alles andere wäre auch naiv. Wenn ein Ort schön ist, fahren Menschen hin, dann fahren noch mehr Menschen hin. Dann gibt es Parkplätze, Reisebusse, Gruppenführungen und irgendwann eine App, mit der man Wanderungen buchen muss. Der Mensch findet zuverlässig Wege, selbst Natur mit Bürokratie auszustatten.
Trotzdem fanden wir den Tourismus nicht überall unangenehm.
Wir waren noch nicht in der absoluten Hauptsaison. Oft merkte man erst am Parkplatz, wie viele Menschen unterwegs waren. Auf den Wegen selbst verlief es sich dann häufig besser als gedacht.
Was mich wirklich positiv überrascht hat, war die Freundlichkeit der Menschen. Viele wirkten hilfsbereit und bemüht, dass sich Touristen wohlfühlen. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, wie viele Gäste jährlich auf diese kleine Insel kommen.
Man vergisst als Urlauber schnell, dass man irgendwo ankommt, alles schön finden möchte, gute Fotos machen will, essen, parken, wandern und erleben möchte, während andere Menschen dort einfach leben und arbeiten.
Vielleicht ist mir genau deshalb diese Freundlichkeit so aufgefallen.
Mietwagen auf Madeira: gute Idee, schlechte Reifen und ein Auto mit Vorgeschichte
Für uns war von Anfang an klar: Ohne Auto wird das nichts.
Wir wollten nicht jeden Tag abhängig sein von Touren, Bussen oder Fahrdiensten. Wir wollten selbst entscheiden können, wann wir losfahren, wo wir anhalten und wann wir spontan umplanen.
Dass der Mietwagen selbst dann direkt ein kleines Abenteuer wurde, hatten wir so nicht geplant, aber Madeira wäre offenbar nicht Madeira, wenn es einen einfach ganz gemütlich starten lassen würde.
Wenn man Madeira wirklich flexibel erleben möchte, ist ein Mietwagen meiner Meinung nach fast Pflicht.
Nicht, weil man ohne Auto gar nichts sehen kann. Natürlich gibt es Busse, Taxis, Fahrer und organisierte Touren. Aber das ist eben nicht unsere Art zu reisen. Wir wollten morgens nicht warten, bis uns jemand einsammelt, sonder einfach losfahren, wenn wir fertig waren. Anhalten, wenn irgendwo ein schöner Blick war. Weiterfahren, wenn ein Ort uns nicht gepackt hat und umplanen, wenn das Wetter plötzlich meinte, es müsse jetzt auch noch eine eigene Meinung haben.
Gebucht hatten wir den Mietwagen über Check24 mit einer Zusatzversicherung. Das würde ich immer genauso wieder machen.
Nicht, weil ich besonders gern Versicherungen abschließe. Wer liest schon freiwillig Versicherungsbedingungen und denkt danach: Ach, was für ein schöner Abend. Aber auf Madeira war ich froh, dass wir uns diese Sicherheit gegönnt hatten.
Unser erstes Auto war nämlich direkt eine kleine Prüfung.
Die hinteren Reifen waren glatt. Nicht ein bisschen „könnte man bald mal wechseln“, sondern so, dass man sich bei Madeiras Steigungen ziemlich schnell fragt, ob das jetzt Mut oder Dummheit wäre, damit loszufahren. Und weil wir durchaus Abenteuer mögen, aber nicht unbedingt mit abgefahrenen Reifen an einer nassen 35 Prozent Steigung, haben wir das Auto reklamiert.
Dann sollten wir warten, bis es repariert wird.
Es war aber schon später Nachmittag, unser Hotel lag ungefähr eine Stunde entfernt. Wir waren angekommen, müde, neugierig und hatten wirklich keine Lust, den ersten Urlaubstag auf einem Mietwagenparkplatz zu verbringen, während irgendwo in einer Werkstatt Reifen gewechselt werden.
Zum Glück kam gerade ein anderes Auto zurück. Es wurde schnell gewaschen und uns dann übergeben, ohne großes Protokoll. Außen war es komplett ramponiert. Kratzer, Dellen, Spuren, einmal das volle „ich habe Madeira überlebt“ Programm.
Technisch wirkte es aber besser und darauf kam es an.
Wir haben Fotos und Videos gemacht einmal rundherum. Stoßstangen, Felgen, Kratzer, Innenraum, alles. Das würde ich auf Madeira wirklich jedem empfehlen. Nicht aus Misstrauen gegen alle und jeden, sondern weil Mietwagen dort sichtbar viel mitmachen. Die Insel ist steil, die Straßen sind nicht überall breit, Parkplätze sind manchmal abenteuerlich und viele Autos sehen aus, als hätten sie schon mehrere kleine Dramen hinter sich.
Unser Auto hatte mit seinen ca 35.000 Kilometern jedenfalls schon mehr erlebt als manche Firmenwagen kurz vor der Rente.
Warum Zusatzversicherung auf Madeira keine schlechte Idee ist
Ein paar Tage später wussten wir dann auch, warum ich froh über die Zusatzversicherung war, die wir gleich mit der Mietwagenbuchung in Deutschland schon abgeschlosssen haben.
Wir setzten auf einem Parkplatz auf, danach war die Stoßstange lose. Man sollte wirklich acht geben, wo man hin fährt, manche Parkplätze, sind etwas abenteuerlich.
Das ist so ein Moment, in dem man kurz aussteigt, schaut und innerlich dieses sehr erwachsene, sehr sachliche Gefühl hat: Na wunderbar.
Das Auto war weiterhin fahrtüchtig. Also kein Grund, sich völlig verrückt zu machen. Wir meldeten den Schaden per WhatsApp, reparierten es notdürftig und fuhren weiter. Am Ende wurde uns nichts berechnet. Wahrscheinlich, weil die Stoßstange schon 3 mal abgeschrieben war.
Ob die Stoßstange danach wirklich repariert wurde? Keine Ahnung, ich würde nicht mein letztes Prego darauf verwetten. Vielleicht fährt sie immer noch irgendwo über die Insel und wartet auf den nächsten Parkplatz mit Charakter.
Trotzdem war genau dieser Moment der Grund, warum ich sagen würde: Spart bei Madeira nicht an der Versicherung. Man muss nicht panisch sein, aber vernünftig. Und vernünftig heißt dort: Zusatzversicherung, gute Fotos, Videos und ein genauer Blick auf Reifen und Technik.
Autofahren auf Madeira ist machbar, aber man sollte wach sein
Autofahren auf Madeira war für uns insgesamt gut machbar.
Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Vielleicht auch, weil man vorher viel liest und dann irgendwann denkt, jede Straße sei ein senkrechter Höllenpfad mit Gegenverkehr und Ziegen, so ist es nicht, es waren Kühe.
Die Hauptstraßen sind gut ausgebaut. Viele Strecken sind angenehm breit,es gibt sehr viele Tunnel, durch die man schnell von einer Region in die nächste kommt. Wenn man schon in Österreich, Südtirol, Süditalien, Portugal, Mallorca oder Norwegen gefahren ist, wird man Madeira wahrscheinlich gut einordnen können.
Es ist nicht entspannt wie eine leere Landstraße in Norddeutschland, aber es ist auch nicht dieses dauerhafte Verkehrschaos, vor dem manche Angst haben.
Was man braucht, ist Aufmerksamkeit.
Die Insel ist steil. In den Orten wird es enger. Manchmal steht ein Auto ungünstig. Manchmal kommt eine Kurve, die enger aussieht, als man sie gern hätte. Und manchmal steigt die Straße so stark an, dass man sich fragt, ob der Straßenbauer damals einfach gesagt hat: Wird schon, die Leute haben doch Kupplungen.
Die Steigungen sind kein Gerücht
Madeira ist steil. Wirklich steil.
Vorher liest man das und nickt. Vor Ort sitzt man dann im Auto, schaut nach oben und denkt: Das fahren wir jetzt wirklich?
Ja, fährt man, denn alles was man nicht laufen kann, wegen der Steigung, muss man ja fahren.
Es gibt Straßen mit heftigen Steigungen, teilweise so steil, dass man nur hofft, nicht anhalten zu müssen. Vor allem, wenn es nass ist oder wenn vor einem jemand plötzlich zögert. Dann wird aus „ach, das geht schon“ sehr schnell ein kleiner Konzentrationstest.
Mit guten Reifen und einem technisch ordentlichen Auto ist das machbar. Mit schlechten Reifen würde ich es nicht riskieren. Gerade deshalb war unser erstes Mietauto für uns keine Option.
Runterfahren ist übrigens fast genauso wichtig wie hochfahren. Wer aus den Bergen kennt, dass man nicht dauerhaft auf der Bremse steht, ist im Vorteil. Niedriger Gang, langsam fahren, ruhig bleiben. Die Bremse ist nicht dafür gemacht, minutenlang als persönlicher Lebensretter missbraucht zu werden.
Wir hatten ein paar Stellen, an denen die Straße immer steiler wurde und man innerlich nur dachte: Bitte jetzt kein Auto vor uns. Bitte kein Gegenverkehr an der dümmsten Stelle. Bitte kein Mensch, der ausgerechnet hier einparken möchte.
Aber es ging alles gut.
Und irgendwann gewöhnt man sich daran. Nicht so sehr, dass man es vergisst, aber genug, um nicht bei jeder Steigung direkt spirituelle Verhandlungen mit dem Universum zu beginnen.
Tunnel, Tunnel und noch mehr Tunnel
Ich glaube, ich bin in diesen zehn Tagen durch mehr Tunnel gefahren als in meinem ganzen bisherigen Leben. Und ich bin 49 Jahre alt. Da kommt inzwischen ein bisschen Strecke zusammen.
Madeira hat unglaublich viele Tunnel.
Lange Tunnel, kurze Tunnel, moderne Tunnel, feuchte Tunnel, Tunnel mit schlechter Luft, Tunnel mit Abgasen, Tunnel, bei denen man automatisch die Umluft im Auto anschaltet und kurz hofft, dass der Ausgang bald kommt.
Diese Tunnel sind praktisch, ohne sie würde man auf der Insel viel länger brauchen. Man kommt schnell von einer Region in die andere, und manchmal ist man überrascht, wie sehr sich die Landschaft nach einem Tunnel verändert. Eben war noch Sonne, dann fährt man durch den Berg und auf der anderen Seite hängt Nebel, oder umgekehrt.
Für die Planung ist das wichtig. Madeira wirkt auf der Karte klein, aber Fahrzeiten hängen stark davon ab, welche Straßen man nimmt. Manchmal ist man durch die Tunnel schneller als gedacht. Manchmal dauert es länger, weil man in kleine Orte fährt oder eine Strecke mehr Kurven hat.
Ich fand die Tunnel irgendwann fast typisch für Madeira. Man fährt hinein, kommt wieder raus und die Insel sieht aus, als hätte jemand die Kulisse gewechselt.
Kreisverkehre gehören zum Alltag
Was ich vorher komplett vergessen hatte: die Kreisverkehre.
Madeira hat viele. Sehr viele.
Am Anfang fallen sie einem noch auf. Man fährt aus einem Tunnel, direkt in einen Kreisverkehr. Dann weiter. Nächster Kreisverkehr. Noch einer. Irgendwann hat man das Gefühl, die Insel hätte Kreisverkehre im Sonderangebot gekauft und einfach überall verteilt.
Schwierig sind sie nicht unbedingt. Aber man muss aufmerksam bleiben. Welche Spur, welche Ausfahrt, wer kommt von wo, und warum fährt dieser Mensch jetzt so, als hätte er sein Ziel nur grob emotional eingegrenzt?
Nach ein paar Tagen wurde es normal. Kreisverkehre gehörten einfach dazu. Man fuhr durch sie hindurch wie durch eine Art madeirensischen Alltagstest.
Und ehrlich: Im Vergleich zu manchen Steigungen waren sie fast erholsam. Ein Kreisverkehr ist wenigstens flach. Meistens.
Parken auf Madeira
Beim Parken hatten wir meistens Glück.
Wir waren noch nicht in der absoluten Hauptsaison und oft vor dem Mittag unterwegs, das hat geholfen. In vielen Orten haben wir gut einen Parkplatz gefunden, manchmal sogar kostenlos. Ansonsten sollte man immer etwas Kleingeld in der Tasche haben, manche Parkautomaten wollten nur das.
Wichtig sind die Markierungen.
- Gelbe Streifen bedeuten: nicht parken.
- Weiße Parkplätze sind kostenlos, ausser sie sind beschriftet z.B mit einem M, dann sind es Anwohnerparkplätze
- Blaue Parkplätze sind kostenpflichtig.
Das ist eigentlich gut verständlich, trotzdem sollte man immer schauen, ob zusätzlich Schilder stehen. Ich hätte keine Lust gehabt, auf Madeira ein spontanes Praktikum im internationalen Parkrecht zu machen.
In Funchal gibt es viele Parkhäuser, das war praktisch, weil die Stadt groß und voll genug ist. Am Sonntag waren einige Parkplätze sogar kostenlos, das war eine angenehme Überraschung.
An den Wanderparkplätzen war es etwas anders. Sie sind zwar kostenlos, aber meist überfüllt, oder abenteuerlich.
Wenn man zu spät kam, standen die Autos schon am Straßenrand, die Serpentinen hinunter. Dann beginnt die Wanderung eben früher als geplant. Erst läuft man vom Auto zum eigentlichen Start, danach kommt der Wanderweg. Das klingt harmlos, aber nach ein paar Tagen weiß man: Jeder zusätzliche Meter zählt, vor allem, wenn später noch Höhenmeter warten.
Bei beliebten Wanderungen würde ich deshalb früh losfahren. Nicht nur wegen der Menschen, sondern auch wegen der Parkplätze. Parkplatzsuche direkt vor einer Wanderung ist eine sehr unnötige Art, sich den Puls schon vor dem ersten Anstieg hochzutreiben.
Bezahlen auf Madeira: Kreditkarte, EC, Bargeld und Multibanco
Beim Bezahlen hatten wir auf Madeira kaum Probleme. Kreditkarte und EC Karte wurden fast überall akzeptiert, egal ob im Hotel, in Restaurants, Cafés, Parkhäusern oder bei vielen kleineren Einkäufen.
Trotzdem würde ich nicht komplett ohne Bargeld losziehen. Ein paar Parkautomaten waren etwas eigen, und nicht überall funktionierte Kartenzahlung so reibungslos, wie man es gern hätte. Gerade bei Parkplätzen, kleinen Automaten oder spontanen Stopps ist etwas Bargeld einfach entspannter.
Auf Madeira sieht man an vielen Geldautomaten die Bezeichnung MB oder Multibanco. Das ist das portugiesische Geldautomaten und Zahlungssystem. Es wird von SIBS betrieben und verbindet die Geldautomaten und Zahlungsdienste vieler portugiesischer Banken. Kurz gesagt: Wenn du in Portugal oder auf Madeira Geld abheben willst, sind Multibanco Automaten die normalen Geldautomaten, die du häufig findest.
Wichtig zu wissen: Multibanco ist nicht nur „ein Geldautomat“. Das System wird in Portugal auch für verschiedene Zahlungen genutzt, zum Beispiel Kartenzahlungen, Servicezahlungen oder andere Bankfunktionen. Für Urlauber ist aber vor allem interessant: Du kannst dort in der Regel Geld abheben und erkennst die Automaten meist am MB oder Multibanco Logo.
Wichtig beim Mietwagen: Für die Autovermietung sollte man unbedingt eine richtige Kreditkarte dabeihaben. Keine reine Debitkarte. Bei unserer Vermietung wurde die Debitkarte nicht akzeptiert. Das kann je nach Anbieter unterschiedlich sein, deshalb sollte man vor der Buchung wirklich in die Bedingungen schauen. Nicht nur schnell auf „buchen“ klicken und hoffen, dass schon alles gut geht. Genau solche Kleinigkeiten ruinieren einem sonst am Schalter sehr elegant die Laune.
Meine Empfehlung für Madeira:
Kreditkarte mitnehmen.
EC Karte mitnehmen.
Etwas Bargeld dabeihaben.
Kleingeld für Parkautomaten einplanen.
Bei Geldautomaten auf MB oder Multibanco achten.
Für Mietwagen vorher prüfen, ob eine echte Kreditkarte verlangt wird.
Man braucht keine große Bargeldreserve. Aber ein kleiner Betrag im Portemonnaie spart Nerven.
Die Straßen in den Orten
Die Hauptstraßen auf Madeira fand ich gut. In den Orten wurde es manchmal spannender.
Da gibt es engere Straßen, steile Zufahrten, parkende Autos, kleine Kurven und Stellen, an denen man kurz nicht genau weiß, ob die Straße für zwei Autos gedacht war oder ob das einfach sehr optimistisch geplant wurde.
Trotzdem war es für uns machbar.
Wer schon in Süditalien gefahren ist, kennt enge Straßen. Wer in Österreich Serpentinen gefahren ist, kennt Steigungen und Gefälle. Madeira mischt davon einiges zusammen, aber es fühlte sich für uns nicht unkontrollierbar an.
Man sollte nur nicht hektisch werden.
Langsam fahren, vorausschauend schauen, lieber einmal mehr warten als sich irgendwo hineindrücken. Und wenn eine Straße richtig steil aussieht, vorher überlegen, ob man da wirklich hoch muss. Nicht jeder Aussichtspunkt ist es wert, dass man später mit schwitzigen Händen rückwärts wieder runterrollt.
Wichtig: Wanderwege auf Madeira vorher prüfen und buchen
Was wir vor der Reise nicht deutlich genug auf dem Schirm hatten: Wandern auf Madeira ist inzwischen nicht mehr überall so spontan, wie man es vielleicht aus älteren Reiseberichten kennt.
Seit 2026 muss man bei offiziell klassifizierten Wanderwegen auf Madeira vorab prüfen, ob Reservierung, Zeitfenster und Zahlung über SIMplifica nötig sind. Visit Madeira schreibt, dass der Zugang zu den klassifizierten Wanderwegen seit dem 1. Januar 2026 neuen Regeln folgt und die Buchung über das SIMplifica Portal läuft.
Viele der offiziell klassifizierten Wanderwege, vor allem die bekannten PR Wege, müssen vorab über das SIMplifica Portal gebucht werden. Man wählt dort den Weg, das Datum, ein Zeitfenster und bezahlt, wenn eine Gebühr anfällt. Das klingt erst einmal ordentlich organisiert. In der Praxis kann es aber schnell nervig werden, wenn man es erst vor Ort merkt.
Genau das ist uns bei den 25 Fontes passiert.
Wir standen dort, hatten den Tag geplant, waren bereit zum Loslaufen und dann war plötzlich nichts mehr frei. Während der Buchung waren die Slots belegt. Besonders ärgerlich: Auch Gruppenanbieter können offenbar viele Plätze blockieren. Für einzelne Urlauber bedeutet das, dass man trotz guter Planung vor Ort Pech haben kann, wenn man zu spät dran ist. Und nein man läuft nicht einfach trotzdem los, denn diese Wege werden von Rangern kontrolliert, gerade die mit besonders viel Zulauf, die Strafen, wenn man erwischt wird, reichen von 250 – 2500 Euro, das ist es nicht wert.
Deshalb mein ehrlicher Tipp: Prüfe vor der Reise, welche PR Wege du machen möchtest. Schau einige Tage vorher in SIMplifica nach freien Zeiten und prüfe am Abend vorher noch einmal, ob der Weg offen, eingeschränkt oder geschlossen ist.
Und bitte nicht denken: „Ach, dann nehmen wir eben irgendeinen Levada Weg.“
Nicht jeder Levada Weg ist automatisch ein gemütlicher Spaziergang.
Visit Madeira empfiehlt ausdrücklich, vor Wanderungen auf Levadas und Fußwegen die aktuellen Informationen und Hinweise zu prüfen. Außerdem gibt es eine offizielle Übersicht, ob klassifizierte Wege offen, eingeschränkt oder geschlossen sind.
Levadas sehen auf Bildern oft harmlos aus. Ein schmaler Weg, etwas Wasser daneben, grün, friedlich, fertig. In echt können diese Wege rutschig, eng, ausgesetzt, nass oder durch Wetter schnell unangenehm werden. Manche haben Tunnel, manche kaum Geländer, manche sind nach Regen deutlich schwieriger als erwartet.
Ich würde deshalb nicht nur nach der schönsten Aussicht suchen, sondern immer auch prüfen:
Ist der Weg offiziell offen?
Muss er gebucht werden?
Gibt es Einschränkungen?
Wie ist das Wetter in genau dieser Region?
Wie lang ist der Weg wirklich?
Wie viele Höhenmeter sind dabei?
Gibt es ausgesetzte Stellen oder Tunnel?
Passt der Weg wirklich zur eigenen Kondition?
Hierbei kann dir auch eine Wanderapp helfen, uns begleitet schon viele Jahre Komoot, die Bilder und Beschreibungen zeigt, woran man sich orientieren kann.
Gerade auf Madeira ist „mittelschwer“ manchmal eine sehr freundliche Umschreibung für: Du wirst merken, dass du Beine hast.
Wandern auf Madeira: schön, anstrengend und manchmal ehrlicher als erwartet
Madeira ist ein Paradies für Wanderer. Das liest man überall. Und es stimmt auch.
Aber es ist eben kein Spaziergang Paradies.
Man sollte die Wanderungen auf Madeira nicht unterschätzen. Vor allem dann nicht, wenn man wie ich mit Asthma unterwegs ist und vorher denkt: Ach, mittelschwer wird schon gehen.
Ja. Geht auch. Aber „geht“ kann unterwegs sehr unterschiedlich klingen. Manchmal bedeutet es: läuft gut. Manchmal bedeutet es: Ich mache jetzt kurz eine Pause und tue so, als würde ich die Aussicht besonders intensiv genießen.
Das Schöne ist: Auf Madeira muss man sich dafür nicht schämen. Es gibt genug Aussicht. Man kann also sehr überzeugend so tun, als hätte man genau hier geplant stehenzubleiben.
Wir hatten feste Wandersachen dabei, und das war auch nötig. Madeira ist nicht die Insel, auf der man mit hübschen Freizeitschuhen und einem kleinen Stadtrucksack loszieht, nur weil der Weg auf Fotos nett aussieht. Viele Wege sind machbar, aber sie haben Charakter. Matsch, Wind, Steigungen, feuchte Stellen, Sonne, Nebel. Manchmal alles an einem Tag.
Die Ostküste
Der PR8 an der Ostküste war eine der Wanderungen, die man meiner Meinung nach auf Madeira gemacht haben sollte. Die Landschaft ist anders als in vielen anderen Teilen der Insel. Weniger grün und üppig, dafür rauer, offener und windiger. Man sieht Klippen, Meer, karge Hänge und dieses wilde Ende Madeiras, das sofort auffällt.
Schon die Anfahrt zeigte aber wieder: Auf Madeira plant man besser nicht zu knapp. Parken war ein kleines Nervenspiel. Wir sind dreimal hoch und wieder runter gefahren, bis endlich etwas frei wurde. Zum Glück standen wir am Ende so, dass wir nicht erst eine halbe Zusatzwanderung bis zum Startpunkt machen mussten.
Am Eingang standen ein paar Wagen, ein Dixie und ein Ranger, der die Buchungen kontrollierte. Wir waren etwa 15 Minuten zu früh für unseren Slot, durften nach kurzer freundlicher Überzeugungsarbeit aber schon loslaufen.
PR8 Madeira mit dem Boot: mögliche Alternative zum Rückweg
Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Boot zur Halbinsel zu fahren. Dann parkt man unten im Ort und läuft zum Anleger. Je nach Anbieter kann man sich nach der Wanderung wieder zurückbringen lassen, wenn man den Weg nicht komplett zurücklaufen möchte. Das sollte man aber vorher prüfen und nicht spontan darauf hoffen.
Für manche kann das eine gute Alternative sein, besonders wenn man den PR8 erleben möchte, aber nicht unbedingt denselben Weg zurücklaufen will. Man muss dann allerdings Bootzeiten, Verfügbarkeit und Rücktransport sauber einplanen. Madeira ist wunderschön, aber auf „wird schon“ sollte man sich dort nicht zu sehr verlassen.
Unsere PR8 Wanderung: Wind, Matsch und offene Landschaft
Bei uns war der Weg ziemlich matschig, weil es am Tag vorher ordentlich geregnet hatte. Der Wind war spürbar, die Sonne aber auch. Genau diese Mischung macht den PR8 besonders. Man läuft nicht durch einen gemütlichen grünen Wald, sondern durch eine offene, raue Landschaft, in der man dem Wetter stärker ausgesetzt ist.
Ich hatte ausgerechnet meine hohen Wanderschuhe im Hotel vergessen. Nicht mein stärkster organisatorischer Moment, sagen wir es mal freundlich. Zum Glück hatte ich noch Hikingschuhe mit gutem Profil dabei. Die waren nicht wasserfest und nach dem Matsch auch keine Wellnessveranstaltung mehr, aber sie haben gereicht.
Der PR8 ist als mittelschwer eingestuft. Ich finde, das passt, aber man sollte „mittelschwer“ nicht mit „locker nebenbei“ verwechseln. Der Untergrund kann rutschig sein, der Wind ordentlich, und die Sonne merkt man oft erst später. Ich hatte Kappe und Kapuze auf, um mein Gesicht zu schützen, und trotzdem hatte ich danach deutlich mehr Farbe als geplant.
Für den PR8 würde ich feste Schuhe mit Profil, Sonnencreme, Kappe, Regenjacke oder Windjacke und genug Wasser einpacken. Nicht, weil der Weg extrem gefährlich wäre, sondern weil Wetter, Wind und Untergrund schneller wechseln können, als man morgens beim Losfahren denkt.
Mir hat diese Wanderung sehr gefallen. Sie war nicht bequem, aber besonders. Und manchmal sind genau das die Wege, die hängen bleiben.
Pico Ruivo: schöner Weg, aber die Höhenmeter melden sich
Der Pico Ruivo war noch einmal ein anderes Erlebnis.
Der Weg war besser als beim PR8. Weniger matschig, angenehmer zu laufen, aber dafür hatten die Höhenmeter es in sich. Rund 300 Höhenmeter klingen erst einmal nicht dramatisch. Auf dem Papier sieht das aus, als könnte man es einfach freundlich zur Kenntnis nehmen.
In echt merkt man sie.
Vor allem, wenn man nicht jeden Tag Berge hochläuft und der Körper irgendwann fragt, warum man ihm nicht einfach einen Café mit Aussicht gegönnt hat. Was wir hätte machen können, denn am Parkplatz gab es eins, dort kann man auch noch einmal pausieren bevor man los läuft, oder wenn man wieder unten angekommen ist.
Wir sind bei Sonne gestartet, auf dem halben Weg kam Nebel auf, dann kam Regen dazu. Genau dieses Wetter gehört auf Madeira irgendwie dazu, aber wenn man mittendrin steht, ist es trotzdem jedes Mal wieder erstaunlich. Unten denkt man noch: Das wird ein schöner klarer Tag. Oben steht man dann in einer Wolke und zieht alles an, was der Rucksack hergibt.
Ich war froh, dass wir vorbereitet waren. Regenjacke, Fleece, Buff, gute Schuhe. Alles Dinge, die man vielleicht morgens noch übertrieben findet, bis man oben merkt: Nein, das war kein übertriebener Packdrang, das war Vernunft.
Der Pico Ruivo war für mich körperlich anstrengender als erwartet. Nicht unmöglich, aber spürbar. Mit Asthma muss ich mein Tempo eben anpassen. Das musste ich auch erst wieder akzeptieren. Man sieht andere Menschen vorbeilaufen, manche locker, manche ambitioniert, manche mit dieser Wanderenergie, bei der man sich fragt, ob sie heimlich von Müsliriegeln gesponsert werden.
Aber am Ende bringt es nichts, sich zu vergleichen.
Man läuft sein eigenes Tempo. Macht Pausen. Atmet. Schaut. Geht weiter.
Und genau das war gut.
Oben war die Aussicht durch Nebel nicht frei, nur ein kleines Tal war noch zu sehen umgeben von Nebel, der umherzog. Aber auch das hatte etwas. Natürlich wünscht man sich bei so einer Wanderung den perfekten Blick. Klarer Himmel, weite Sicht, innerer Triumph, alles schön. Aber Madeira macht nicht immer, was man bestellt hat. Manchmal bekommt man Nebel, Regen und trotzdem einen Moment, der bleibt.
Für mich war der Pico Ruivo nicht nur wegen der Aussicht besonders, sondern wegen dieses Gefühls, es geschafft zu haben.
25 Fontes: die Wanderung, die wir nicht machen konnten
Die 25 Fontes waren eine der Wanderungen, auf die ich mich besonders gefreut hatte.
Wasserfälle, Levadas, grüne Wege, dieses typische Madeira Bild, das man vorher überall sieht. Ich wollte diese Wanderung wirklich machen.
Und dann standen wir dort und konnten nicht.
Die Buchung über die App war plötzlich nicht mehr möglich, alles war belegt, und der Tag war in diesem Moment erst einmal geplatzt. Nicht komplett natürlich, aber innerlich schon ein bisschen. Wenn man sich auf etwas freut und dann vor Ort merkt, dass es nicht klappt, ist das einfach enttäuschend.
Vor allem, weil es nicht daran lag, dass wir keine Lust hatten oder das Wetter komplett dagegen war. Es lag an der Buchung, an Zeitslots, an belegten Plätzen. Und wahrscheinlich auch daran, dass Gruppenanbieter viele Plätze reservieren können.
Das muss man vorher wissen.
Ich würde heute jedem sagen: Wenn du die 25 Fontes machen möchtest, kümmere dich frühzeitig darum. Nicht spontan. Nicht erst, wenn du schon dort bist. Prüfe vorher, ob eine Buchung nötig ist, welche Zeiten frei sind und wie die aktuellen Regeln sind.
Wir hatten im restlichen Urlaub keine echte Möglichkeit mehr, diese Wanderung nachzuholen. Dafür war unser Plan zu voll und die freien Slots passten nicht mehr. Das war schade.
Aber das ist eben auch Reisen.
Man plant, freut sich, fährt los und dann klappt etwas nicht. Früher hätte mich so etwas wahrscheinlich mehr genervt. Heute denke ich: ärgerlich, ja. Aber nicht der ganze Tag muss deshalb kaputt sein.
Zum Glück bietet Madeira genug Alternativen. Man muss nur flexibel bleiben.
Risco Wasserfall als Alternative
Statt der 25 Fontes sahen wir den Risco Wasserfall.
Der Weg dorthin war okay, der Wasserfall schön. Aber ich will ehrlich sein: Für mich war es nicht der große Höhepunkt des Tages.
Vielleicht war ich nicht fair, weil ich eigentlich noch an den 25 Fontes hing. Wenn man etwas anderes wollte, bekommt die Alternative schnell einen schweren Stand. Das ist menschlich. Nicht besonders nobel, aber ehrlich.
Der Risco Wasserfall ist schön anzusehen. Wer in der Nähe ist oder den Weg sowieso einplant, kann ihn mitnehmen. Aber wenn ich nur begrenzt Zeit hätte, würde ich andere Wege auf Madeira wahrscheinlich vorziehen.
Das klingt jetzt härter, als es gemeint ist. Es war kein schlechter Ausflug. Nur keiner, bei dem ich sagen würde: Das muss unbedingt auf deine Liste.
Und genau solche Einschätzungen finde ich bei Reiseberichten wichtig. Nicht jeder bekannte Ort muss für jeden gleich beeindruckend sein. Man darf auch sagen: War schön, aber ich brauche es kein zweites Mal.
Was ich beim Wandern auf Madeira gelernt habe
Madeira hat mir ziemlich schnell gezeigt, dass man Wanderungen nicht nur nach Bildern bewerten sollte.
Ein Weg kann auf Fotos traumhaft aussehen und trotzdem anstrengend sein, oder rutschig, vielleicht windig und durch Wetterwechsel ganz anders, als man erwartet hat.
Ich würde vor jeder Wanderung schauen:
Wie lang ist der Weg wirklich?
Wie viele Höhenmeter sind es?
Wie ist der Untergrund?
Ist der Weg aktuell offen?
Muss man ihn buchen?
Wie ist das Wetter in dieser Region?
Gibt es Parkplätze?
Wie spät sollte man los?
Das klingt jetzt nach viel, aber es spart unterwegs Nerven. Und wenn man schon auf einer Insel ist, auf der jede Region ihr eigenes kleines Wettertheater aufführen kann, ist Vorbereitung keine Spaßbremse. Sie sorgt eher dafür, dass der Spaß nicht unterwegs in nassen Socken stirbt.
Für mich war auch wichtig, meine eigene Kondition realistisch einzuschätzen. Gerade mit Asthma. Ich wollte viel sehen, aber ich musste mir auch eingestehen, dass ich nicht jeden Weg im Tempo anderer laufen muss.
Das ist übrigens eine Lektion, die man auch außerhalb von Madeira gebrauchen kann. Aber keine Sorge, ich mache daraus jetzt keinen Motivationsspruch für eine Tasse.
Die richtige Ausrüstung macht einen Unterschied
Ich bin nach dieser Reise noch überzeugter davon, dass gute Wandersachen auf Madeira keine Spielerei sind.
Gute Schuhe mit Profil sind wichtig. Nicht nur für lange Wanderungen, sondern auch für feuchte Wege, matschige Stellen und rutschige Steine. Meine La Sportiva Wanderschuhe waren grundsätzlich genau richtig. Als ich sie beim PR8 vergessen hatte, war ich sehr froh, dass die Hikingschuhe wenigstens eine ordentliche Sohle hatten.
Eine Regenjacke gehört immer in den Rucksack. Auch wenn morgens Sonne ist. Gerade dann. Madeira wartet offenbar gern, bis man sich sicher fühlt.
Fleece war ebenfalls wichtig. Oben in den Bergen kann es schnell kühl werden, besonders wenn Wind oder Nebel dazukommen. Ein Buff ist praktisch, weil er kaum Platz braucht und trotzdem hilft, wenn es windig oder frisch wird, oder die Sonne dein Genick küsst.
Sonnencreme sollte man nicht unterschätzen. Auch wenn es bewölkt ist oder windig. Gerade auf offenen Wegen wie dem PR8 bekommt man mehr Sonne ab, als man merkt.
Und Wasser. Immer genug Wasser.
Es klingt banal, aber bei Wanderungen vergisst man solche Basics gern, weil man gedanklich schon beim Foto vom Aussichtspunkt ist. Der Körper interessiert sich allerdings nicht für schöne Fotos. Der möchte trinken, atmen und möglichst nicht in ungeeigneten Schuhen über Matsch rutschen.
Unsere ehrlichste Wander Erkenntnis
Madeira ist wunderschön zum Wandern. Aber die Insel schenkt einem nichts einfach nur so.
Man bekommt tolle Wege, Ausblicke, Natur und dieses Gefühl, etwas erlebt zu haben. Aber man muss dafür auch laufen, planen, auf das Wetter achten und manchmal akzeptieren, dass nicht alles klappt.
Für uns waren die Wanderungen ein großer Teil der Reise. Nicht immer leicht, aber genau deshalb besonders.
Der PR8 bleibt mir wegen der rauen Landschaft und dem Wind im Kopf. Der Pico Ruivo wegen der Höhenmeter, dem Nebel und diesem Gefühl, oben angekommen zu sein. Die 25 Fontes bleiben leider als verpasste Wanderung hängen. Und der Risco Wasserfall als schöne, aber nicht ganz gleichwertige Alternative.
Beim nächsten Mal würden wir Wanderungen früher buchen, noch genauer auf Wetter und Slots achten und vielleicht ein bisschen weniger Programm drumherum packen.
Aber würden wir wieder auf Madeira wandern?
Ja. Sofort.
Nur mit besseren Zeitpuffern. Und mit den richtigen Schuhen direkt an den Füßen, nicht dekorativ im Hotelzimmer.
Orte und Ausflüge auf Madeira: was hängen geblieben ist
Nach den Wanderungen waren es oft nicht die ganz großen Sehenswürdigkeiten, die uns am meisten im Kopf geblieben sind. Manchmal waren es die Orte, an denen man einfach kurz stehen konnte. Ohne Programm. Ohne „das muss man gesehen haben“. Ohne inneren Zeitplan, der einem im Nacken sitzt wie ein schlecht gelaunter Reiseleiter.
Madeira hat viele bekannte Punkte. Porto Moniz, Funchal, Pico Ruivo, PR8, 25 Fontes, die ganzen Aussichtspunkte. Klar schaut man sich das an. Vor allem beim ersten Mal. Man will ja nicht nach Hause kommen und sagen: „Wir waren auf Madeira, haben aber hauptsächlich den Hotelparkplatz analysiert.“
Aber die Insel lebt nicht nur von den großen Namen. Sie lebt auch von den kleinen Momenten dazwischen. Von einer Promenade, an der man plötzlich länger bleibt. Von einem Café, das nicht direkt an der Hauptstraße liegt. Von einem Ort, der auf der Karte eher unscheinbar aussieht und dann genau die richtige Stimmung hat.
Calheta: ein Ort zum kurz runterkommen
Calheta war so ein Ort
Nicht, weil dort das größte Abenteuer gewartet hätte. Eher im Gegenteil. Calheta war angenehm ruhig, hell, freundlich und irgendwie leicht. Ein bisschen Strand, eine schöne Promenade, Wasser, ein nettes Lokal und dieses Gefühl, dass man mal nicht direkt wieder bergauf, bergab oder durch den nächsten Tunnel muss.
Nach ein paar Tagen Madeira merkt man nämlich, dass die Insel einen ständig beschäftigt. Man fährt irgendwo hin, schaut nach Parkplätzen, prüft das Wetter, überlegt, ob der Weg wirklich passt, sucht den nächsten Stopp und nebenbei versucht man noch, nicht völlig reizüberflutet zu werden.
Calheta war da fast wie eine Pause.
Wir sind an der Promenade entlang, haben aufs Wasser geschaut, etwas gegessen und einfach mal nicht das Gefühl gehabt, sofort weiterzumüssen. Für uns war das genau richtig. Kein ganzer Strandtag, aber ein schöner halber Tag, um kurz durchzuatmen.
Strand ist für uns normalerweise schnell langweilig. Ich kann mir das eine Weile anschauen, dann fängt mein Kopf an, Beschäftigung zu suchen. Aber in Calheta war es als Zwischenstopp perfekt. Ein bisschen Meer, ein bisschen Sonne, ein bisschen sitzen und fertig.
Ich würde Calheta wieder einplanen. Nicht als großes Tageshighlight, sondern als angenehmen Ort für einen entspannten Stopp.
Porto Moniz: schön, aber für uns kein zweites Muss
Porto Moniz ist so ein Ort, den man vor Madeira ständig sieht. Naturpools, dunkles Lavagestein, raues Meer, dramatische Wellen. Und ja, es sieht gut aus. Das kann man nicht wegdiskutieren.
Die Küste dort hat wirklich etwas. Das Wasser wirkt wild, die Felsen dunkel, die Naturpools besonders. Es ist ein schöner Ort, keine Frage.
Aber für uns war Porto Moniz auch einer der touristischeren Stopps.
Das ist nicht schlimm. Wir waren ja selbst Teil davon. Man kann nicht irgendwo hinfahren, weil es bekannt ist, und sich dann darüber wundern, dass andere Menschen dieselbe Idee hatten. So funktioniert die Welt leider. Menschen lesen Listen, fahren hin und stehen dann gemeinsam an Orten herum, von denen alle gehofft hatten, sie wären geheim.
Porto Moniz war für mich ein Ort, den ich gern gesehen habe, aber nicht unbedingt noch einmal brauche. Die Rooftop Bar mit Aussicht war schön. Dort zu sitzen, aufs Meer zu schauen und einfach einen Moment Ruhe zu haben, war vielleicht sogar mein liebster Teil dort.
Das Wasser war kalt. Die See war rau. Und gerade dieses Raue mochte ich. Es fühlte sich nicht wie ein künstlich hübscher Badeort an. Eher wie ein Ort, an dem das Meer ganz klar die Ansage macht und der Mensch bitte nicht zu wichtig werden sollte.
Trotzdem würde ich beim nächsten Mal wahrscheinlich keinen großen Umweg mehr dafür machen. Porto Moniz war schön, aber für uns kein Herzensort.
Funchal: sehenswert, aber nicht unser Mittelpunkt
Funchal war uns insgesamt zu groß.
Das klingt vielleicht komisch, weil Funchal natürlich zur Insel gehört und viele dort wohnen oder starten. Aber nach der Ruhe unseres Hotels und den Tagen in der Natur fühlte sich die Stadt für uns schnell voll an. Mehr Verkehr, mehr Menschen, mehr Parkhäuser, mehr Stadtgefühl.
Wir waren vor allem wegen des Blütenfests dort. Und das war wirklich schön zu sehen.
Man merkt, wie viel Mühe darin steckt. Farben, Blumen, Musik, Menschen, geschmückte Straßen. Es hatte etwas Besonderes, und ich bin froh, dass wir es erlebt haben. Aber ich glaube auch: Einmal Blütenfest reicht mir. Beim nächsten Madeira Urlaub würde ich vielleicht eher eine ruhigere Reisezeit wählen oder zumindest weniger Funchal einplanen.
Die Stadt selbst hat natürlich schöne Seiten. Es gibt viele Parkhäuser, was die Sache deutlich entspannter macht. Am Sonntag waren manche Parkplätze sogar kostenlos. Das war eine nette Überraschung, denn Parken in fremden Städten ist sonst gern mal ein kleiner Charaktertest.
Was ich in Funchal wirklich empfehlen würde, ist der Botanische Garten. Und geht unbedingt auch in den Markt, natürlich nur, wenn ihr überfüllte Touriläden mögt, ansehen sollte man sich das auf jeden Fall, aber kaufen könnt ihr an dem kleinen Markt nebenan, der Mittwochs geöffnet hatte, als wir da waren, dort zahlt man keine Touristenpreise.
Botanischer Garten und Seilbahn
Wir haben uns für den Botanischen Garten entschieden, nicht für den tropischen Garten. Und ich würde es wieder so machen.
Die Fahrt mit den Seilbahnen war schon ein eigener Teil des Ausflugs. Man sieht Funchal von oben, die Häuser am Hang, das Meer, die Straßen, die sich irgendwie durch alles hindurchziehen. Madeira wirkt von oben noch einmal steiler. Man schaut runter und denkt kurz: Interessant, dass Menschen hier einfach beschlossen haben, überall Häuser hinzubauen.
Der Botanische Garten war für uns eine gute Mischung aus Aussicht, Bewegung und Ruhe. Man läuft herum, schaut, bleibt stehen, macht Fotos, aber es ist nicht anstrengend wie eine Wanderung. Nach den aktiven Tagen war das angenehm.
Ich mochte, dass der Garten nicht nur aus „hier bitte das perfekte Foto machen“ bestand. Natürlich kann man dort fotografieren. Aber man kann auch einfach durchlaufen und schauen, ohne großes Drama.
Bequeme Schuhe würde ich trotzdem tragen. Madeira schafft es sogar in Gärten, einen daran zu erinnern, dass eben nichts komplett flach ist.
Die Bootstour: Wale von weitem und Wetter zum Mitnehmen
Ein Tag auf dem Meer musste sein, deshalb habe ich eine Segeltour mit Aussicht auf Wale und Delphine über Get Your Guide gebucht
Es gibt auf Madeira viele Anbieter für Bootstouren. Große Boote, kleinere Boote, Katamarane, Segelboote, Touren mit mehr oder weniger Menschen. Wir haben uns für ein kleines Segelboot entschieden. Das passte besser zu uns. Weniger Masse, etwas ruhiger, persönlicher.
Wir haben Wale gesehen, allerdings nur von weitem, aber das war ok, denn wir wollten auch nicht in den Lebensraum der Tiere eindringen.
Ich mag es, Tiere zu sehen, aber ich brauche nicht dieses Gefühl, dass ein Boot einem Wal hinterherfährt, nur damit jeder an Bord sein Video bekommt. Wenn man die Tiere aus der Ferne sieht, ist das für mich schön genug. Man muss nicht alles näher, größer und spektakulärer machen.
Die Tour selbst war toll, nicht laut, nicht überladen, eher ruhig und besonders. Madeira vom Wasser aus zu sehen, war noch einmal eine andere Perspektive. Die Insel wirkt von außen steil, grün, rau und irgendwie geschlossen. Als würde sie nicht sofort alles von sich preisgeben.
Wichtig ist: Regensachen mitnehmen.
Auch wenn es beim Start gut aussieht. Das Wetter kann auf dem Wasser schnell wechseln. An Land kann man ins Auto, in ein Café oder irgendwo unterstehen. Auf dem Boot sitzt man eben auf dem Boot und merkt dann sehr direkt, ob man die richtige Jacke eingepackt hat.
Wir waren froh, vorbereitet zu sein. Es war eine raue See an diesem Tag und Nebel, wir sind von der eigentlichen Route abgewichen und es war kurz sogar Sonnenschein, genau diese 10 min, ließen mein Gesicht am Abend spannen, als hätte ich es mit Gips zugekleistert, aber es war schön.
Das Whale Museum: besser als erwartet
Das Whale Museum hat uns positiv überrascht.
Ich hatte vorher keine riesige Erwartung. Museum im Urlaub klingt manchmal nach Schlechtwetterprogramm oder nach „wir brauchen heute mal etwas ohne Steigung“. Aber dieses Museum war wirklich interessant.
Man sollte mindestens zwei Stunden einplanen. Nicht rein, einmal nicken, wieder raus. Es gibt einiges zu hören und zu sehen. Es geht um Wale, die Geschichte des Walfangs, das Meer und auch darum, wie sich der Umgang mit diesen Tieren verändert hat.
Gerade das fand ich spannend. Madeira hat eine Vergangenheit mit Walfang. Heute schaut man anders darauf, aber es gehört zur Geschichte der Insel. Solche Dinge machen einen Ort greifbarer. Nicht nur schöne Landschaft, nicht nur Aussichtspunkte, sondern auch das, was früher war.
Wenn der Parkplatz direkt am Museum voll ist, kann man weiter unten im Ort parken. Das hat bei uns funktioniert.
Für uns war das Whale Museum kein Lückenfüller, sondern ein wirklich guter Ausflug. Gerade, weil es einen anderen Blick auf Madeira gibt.
Küstenorte: einfach mal stehen bleiben
Was ich an Madeira besonders mochte, waren die kleinen Küstenorte.
Nicht jeder Ort hat ein großes Highlight. Nicht jeder Ort braucht eins. Manchmal reicht es, dort anzukommen, ein bisschen herumzulaufen, aufs Wasser zu schauen und irgendwo etwas zu trinken.
Ich glaube, man sollte auf Madeira nicht nur die bekannten Punkte abhaken. Natürlich will man die großen Orte sehen. Das wollten wir auch. Aber viele schöne Momente entstehen unterwegs.
Ein kurzer Stopp an einer Promenade. Ein kleiner Hafen. Ein Aussichtspunkt, an dem man erst nichts sieht, weil Nebel hängt, und zehn Minuten später plötzlich doch. Ein Lokal, das nicht direkt nach Touristenkarte aussieht. Eine Straße, die auf der Karte harmlos wirkte und vor Ort dann kurz zur Mutprobe wurde.
Diese Momente kann man nicht perfekt planen. Man muss ihnen nur Platz lassen.
Und genau da war unser Mietwagen wieder praktisch. Wir konnten anhalten, weiterfahren, umdrehen oder bleiben. Nicht alles musste vorher feststehen.
Beim nächsten Mal würde ich sogar noch mehr solcher ungeplanten Stopps einbauen. Weniger „wir müssen noch dahin“, mehr „hier ist es gerade schön, wir bleiben kurz“.
Aussichtspunkte: schön, aber nicht jeder braucht einen großen Namen
Aussichtspunkte gibt es auf Madeira viele. Sehr viele.
Manche sind spektakulär, manche nett, manche funktionieren nur, wenn das Wetter mitspielt. Es gab Orte, an denen wir ankamen und kaum etwas sahen, weil Nebel davorhing. Und dann gab es wieder Momente, in denen sich plötzlich alles öffnete und die Aussicht richtig stark war.
Der Skywalk an der Steilküste war interessant, aber für mich nicht so groß, wie der Name klingt. Schön, ja. Sehenswert, wenn man in der Nähe ist. Aber kein Ort, für den ich alles andere verschieben würde. Die Steilküste lässt sich auch gut vom Boot aus besichtigen, leider hatten wir durch das schlechte Wetter nicht die Möglichkeit dazu.
Ich glaube, bei Aussichtspunkten sollte man entspannt bleiben. Nicht jeder muss ein Lebensereignis sein. Manchmal hält man an, schaut, macht ein Foto und fährt weiter. Das ist völlig in Ordnung.
Madeira ist insgesamt so schön, dass man nicht jeden einzelnen Aussichtspunkt überhöhen muss. Die Insel liefert auch zwischen den offiziellen Stopps genug Blicke, für die man kurz schweigt.
Essen auf Madeira: weniger Sorge, mehr Prego
Beim Essen waren wir vorher etwas unsicher.
Unsere Erfahrungen in Portugal waren nicht immer ganz einfach gewesen, deshalb hatten wir auf Madeira ein bisschen Sorge, ob das wieder so wird. Am Ende war das unnötig. Wir haben gut gegessen. Im Hotel sowieso, aber auch unterwegs.
Es gab viel Fisch, Fleisch, einfache Gerichte und immer wieder kleine Lokale, die uns gefallen haben. Wir nehmen selten das erstbeste Restaurant direkt an der Ecke. Lieber laufen wir ein Stück weiter, schauen in Seitenstraßen oder suchen Orte, an denen auch Einheimische sitzen.
Das klappt nicht immer perfekt. Manchmal landet man trotzdem irgendwo, wo die Speisekarte mehr Sprachen kann als das Essen Geschmack hat. Aber oft lohnt es sich.
Eines der besten Pregos hatten wir am letzten Tag vor dem Abflug. In einem Lokal oben mit Blick aufs Meer. Der Weg dorthin war etwas abenteuerlich, aber es hat sich gelohnt.
Prego ist ein portugiesisches Steakbrötchen, oft mit Rindfleisch, manchmal mit Ei, Käse oder Schinken. Einfach, sättigend und nach einem aktiven Tag ziemlich genau das Richtige.
Ich hatte einmal Prego mit Ei bestellt und das Ei war so gut versteckt, dass ich es erst nicht gesehen habe. Kurz dachte ich, da wäre etwas falsch gelaufen. War es nicht. Das Ei war da. Nur eben sehr diskret. Auch Eier haben offenbar auf Madeira gelegentlich Privatsphäre.
Und dann war da noch „Cow Meat“ auf der Speisekarte. Natürlich heißt das Rindfleisch. Aber wenn man es so liest, stolpert man kurz. Urlaub bildet. Manchmal über Landschaft, manchmal über Speisekarten.
Bolo do Caco sollte man probieren. Dieses flache Brot mit Knoblauchbutter ist simpel, aber gut. Und nach einem langen Tag ist Knoblauchbutter ohnehin ein sehr überzeugendes Argument.
Espetada, also Fleischspieße, sind ebenfalls typisch. Oft mit Rindfleisch. Deftig, einfach, gut. Man sieht oft am Straßenrand, Steinöfen, in dennen siese gegrillt werden.
Fisch gibt es viel. Besonders bekannt ist Espada, der schwarze Degenfisch. Oft wird er mit Banane serviert. Das ist sicher Geschmackssache. Ich persönlich brauche Banane nicht dringend auf meinem Teller, schon gar nicht als Begleitung zu Fisch. Aber Madeira hat da offenbar seine eigenen Vorstellungen.
Poncha gehört auch dazu. Das Getränk besteht aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitrone oder anderen Fruchtsäften. Es wirkt manchmal harmloser, als es ist. Also nicht unterschätzen. Ein Glas ist Urlaub. Drei Gläser sind eventuell eine andere Reise.
Madeirawein ist natürlich ebenfalls ein Thema. Es gibt verschiedene Varianten, von trocken bis süßer. Und spätestens im Hotel merkt man: Ein Korkenzieher ist sinnvoll. Schraubverschluss ist dort nicht überall der Standard. Unser Zimmer hatte zum Glück einen.
Wein, Zuckerrohr und Rum
Madeira hat nicht nur schöne Landschaft, sondern auch eine eigene Geschichte rund um Wein, Zuckerrohr und Rum.
Zuckerrohr war früher wichtig für die Insel. Daraus entsteht unter anderem der Zuckerrohrschnaps, der für Poncha genutzt wird. Auch Rum spielt auf Madeira eine Rolle. Und der hat es in sich, wie unser Capitain gemeint hat, nach einem Glas alle gut, beim 2 sehr torgelich und nach dem 3. spricht man plötzlich portugiesisch, wir haben es nicht versucht, aber es ist hängen geblieben.
Madeirawein ist sowieso bekannt. Er wurde historisch durch seine besondere Herstellung und Lagerung geprägt. Wärme spielte dabei eine wichtige Rolle, und genau das macht ihn geschmacklich so besonders.
Ich fand diese Hintergründe spannend, weil sie zeigen, dass Madeira mehr ist als Wanderwege und Aussichtspunkte. Man versteht ein bisschen besser, warum bestimmte Getränke, Gerichte und Traditionen zur Insel gehören.
Natürlich muss man daraus keine Bildungsreise machen. Man kann auch einfach ein Glas trinken und zufrieden sein. Aber mir gefällt es, wenn man unterwegs ein bisschen versteht, wo man gerade ist.
Was von diesen Ausflügen wirklich bleibt
Wenn ich an diese Tage denke, bleiben nicht nur die großen Namen hängen.
Nicht nur Porto Moniz. Nicht nur Funchal. Nicht nur die bekannten Aussichtspunkte.
Es bleiben eher Szenen.
Calheta, weil es so angenehm war.
Die Bootstour, weil das Meer die Insel noch einmal anders gezeigt hat.
Das Whale Museum, weil es viel besser war als erwartet.
Die kleinen Küstenorte, weil man dort einfach kurz sein konnte.
Das Prego am letzten Tag, weil manchmal ein einfaches Essen mit Blick aufs Meer mehr kann als ein geplanter Programmpunkt.
Madeira war für uns nicht nur eine Liste von Sehenswürdigkeiten. Es war eher eine Abfolge von Tagen, die nicht immer perfekt liefen, aber genau deshalb echt waren.
Und vielleicht ist das der Grund, warum ich wieder hinfahren würde.
Nicht, weil wir alles gesehen haben, sondern weil noch genug offen geblieben ist.
Was wir beim nächsten Mal anders machen würden
Beim nächsten Mal würden wir die Wanderungen früher prüfen und buchen.
Das ist wirklich einer der wichtigsten Punkte dieser Reise.
Vor allem die PR Wege sollte man nicht erst spontan vor Ort anschauen. Und bei Levadas würde ich immer genau prüfen, ob der Weg offen ist, wie der Zustand ist und ob er zur eigenen Kondition passt. Nur weil irgendwo Wasser gemütlich neben einem Weg entlangläuft, heißt das nicht automatisch, dass es ein harmloser Spaziergang ist.
Die Sache mit den 25 Fontes hat uns gezeigt, wie wichtig das ist. Wir hätten diese Wanderung gern gemacht, aber durch die Buchung und die belegten Slots war sie für uns raus. Das war ärgerlich und hätte vielleicht vermieden werden können, wenn wir früher geprüft hätten.
Beim nächsten Mal würde ich also vor der Reise eine kleine Liste machen:
Welche Wanderungen wollen wir wirklich machen?
Welche davon müssen gebucht werden?
Welche haben Zeitslots?
Welche Alternativen gibt es in der Nähe?
Was machen wir bei schlechtem Wetter?
Welche Wege sind aktuell offen?
Nicht, um alles totzuplanen. Sondern um vor Ort weniger Zeit zu verlieren.
Ich würde außerdem weniger Funchal einplanen.
Die Stadt war schön, der Botanische Garten hat uns gefallen, das Blütenfest war sehenswert. Aber für unsere Art von Urlaub war Funchal nicht der Mittelpunkt. Wir mögen es ruhiger, natürlicher, weniger städtisch.
Ein Tag reicht uns wahrscheinlich.
Auch bei der Kleidung würde ich anders packen.
Ich hatte zu viele gute Sachen dabei. Sachen, die man vielleicht abends tragen könnte. Vielleicht in einem schönen Restaurant. Vielleicht, falls man doch mal etwas schicker sein möchte.
Am Ende kam die Hälfte davon wieder ungetragen mit nach Hause.
Was wirklich zählt, sind gute Wandersachen. Bequeme Kleidung. Schichten. Schuhe mit Profil. Regenjacke. Fleece. Socken. Dinge, die funktionieren.
Zum Frühstück geht man dort auch mal in Wandersachen. Abends macht man sich frisch, aber niemand braucht eine halbe Garderobe. Madeira ist kein Laufsteg. Madeira fragt eher, ob deine Schuhe matschtauglich sind.
Und ich würde mehr Pausen einbauen.
Nicht jeden Tag komplett voll. Nicht immer noch einen Aussichtspunkt, noch einen Ort, noch einen kurzen Stopp, noch eine kleine Runde. Das klingt morgens alles machbar, aber abends merkt man, dass auch schöne Eindrücke irgendwann zu viel werden können.
Beim ersten Mal will man viel sehen. Das verstehe ich. Genau so waren wir auch. Beim nächsten Mal würde ich bewusster freie Zeit einplanen.
Nicht als Faulheit, sondern einfach als Teil der Reise.
Wetter und Kleidung auf Madeira
Das Wetter auf Madeira war für uns kein Problem, weil wir damit gerechnet hatten.
Aber man sollte es ernst nehmen.
Madeira kann an einem Tag mehrere Versionen von sich zeigen. Sonne, Wind, Nebel, Regen, wieder Sonne. Besonders in den Bergen kann es schnell kippen. Beim Pico Ruivo sind wir bei Sonne gestartet und standen später oben im Nebel und Regen. Beim PR8 war es windig, matschig und trotzdem sonnig genug, dass mein Gesicht danach deutlich mehr Urlaub hatte als geplant.
Man braucht also Kleidung, die flexibel ist.
Nicht dick und schwer, sondern in Schichten.
Ein Shirt, darüber Fleece, darüber Regenjacke. So kann man reagieren. Wenn es warm wird, zieht man etwas aus. Wenn Nebel oder Wind kommt, zieht man wieder etwas an. Das klingt simpel, ist aber auf Madeira wirklich wichtig.
Eine dünne Windjacke ist praktisch. Eine Regenjacke würde ich auf jeden Fall mitnehmen. Fleecejacken auch. Mindestens eine, besser zwei, je nachdem wie aktiv man unterwegs ist und wie schnell man friert.
Ich würde auch immer einen Buff einpacken. Der nimmt kaum Platz weg und hilft bei Wind, Kälte oder wenn man oben in den Bergen plötzlich merkt, dass der Hals gern auch ein bisschen Aufmerksamkeit hätte.
Kappe oder Hut sind ebenfalls sinnvoll. Gerade auf offenen Wegen wie dem PR8 unterschätzt man die Sonne schnell, weil der Wind so präsent ist.
Und Sonnencreme gehört sowieso in den Rucksack.
Nicht nur an Strandtagen, gerade beim Wandern.
Unsere Madeira Packliste für aktive Urlauber
Das ist die Packliste, die ich aus unserer Reise wirklich sinnvoll finde.
Nicht für Menschen, die zwei Wochen am Pool liegen wollen. Sondern für alle, die wandern, fahren, Orte erkunden und flexibel unterwegs sein möchten.
Wandern und Kleidung
Gute Wanderschuhe mit Profil
Hikingschuhe oder rutschfeste Sneaker für leichtere Wege
Wandersocken
Trekkinghosen oder Wanderleggings
Eine Hose zum Abzippen oder eine flexible Wanderhose
Regenjacke
Dünne Windjacke
Eine bis zwei Fleecejacken
Funktionsshirts
Buff
Kappe oder Hut
Badesachen
Bequeme Kleidung fürs Hotel
Hier würde ich beim nächsten Mal klar weniger Alltagskleidung einpacken. Lieber mehr funktionale Teile, die man gut kombinieren und notfalls schnell waschen kann.
Rucksack und Zubehör
Ein Tagesrucksack mit ungefähr 20 Litern war für uns ideal.
Ein zu kleiner Rucksack nervt, weil man ständig stopfen muss. Ein zu großer Rucksack wird unnötig schwer. Zwanzig Liter waren für unsere Tagesausflüge genau richtig.
Sinnvoll waren:
Trinkflaschen
Kleine Snacks
Blasenpflaster
Taschentücher
Kleines Erste Hilfe Set
Powerbank
Ladekabel fürs Auto um sich mit dem Auto zu verbinden
Handyhalterung fürs Auto
Selfiestick
Fernglas, das hätten wir gut gebrauchen können
Im Auto hatten wir ausserdem eine Tüte Wechselsachen, man wusste ja nie.
Kamera und Technik
Wir hatten Kamera und Handy dabei.
Eine Kamera mit Weitwinkelobjektiv ist auf Madeira wirklich sinnvoll, weil die Landschaft oft groß wirkt. Berge, Küste, Aussichtspunkte, enge Täler. Mit einem normalen Ausschnitt bekommt man manchmal gar nicht das eingefangen, was man eigentlich sieht.
Dazu würde ich einpacken:
Kamera
Weitwinkelobjektiv
Speicherkarte
Ersatzakku oder Ladegerät
Kamerarucksack oder Kameratasche
Reinigungstuch fürs Objektiv
Powerbank fürs Handy
Das Handy braucht man ständig. Navigation, Fotos, Übersetzungen, Buchungen, Wetter, ChatGPT, Wanderapp. Der Akku wird schneller leer, als man denkt.
Eine Powerbank war für uns deshalb kein nettes Extra, sondern wirklich praktisch.
Ich verlinke hier ein paar Dinge, die wir selbst dabeihatten, sinnvoll fanden oder beim nächsten Mal ergänzen würden. Madeira ist kein Ort, an dem man alles neu kaufen muss. Aber gute Schuhe, Regenjacke, Rucksack und Powerbank machen wirklich einen Unterschied.
Sinnvolle Ausrüstung für Madeira
Hier findest du Produkte, die wir selbst auf Madeira dabei hatten oder beim nächsten Mal wieder einpacken würden.
Mit einem Klick auf dein Lieblingsprodukt unterstützt du unsere Arbeit. Für dich bleibt der Preis gleich.
Affiliate Links – Danke für deine Unterstützung!

Handyhalterung fürs Auto

Tagesrucksack ca. 20 l

Selfiestick / Mini Stativ
Apps und Planung
Komoot war für uns sinnvoll.
Aber egal welche Wanderapp man nutzt: Man sollte sich nicht blind darauf verlassen. Immer zusätzlich offizielle Informationen prüfen. Gerade bei PR Wegen, gesperrten Wegen, Buchungspflichten und Wetter.
Für Madeira würde ich folgende digitale Helfer einplanen:
Wanderapp wie Komoot
Offizielle Infos zu PR Wegen und Levadas = Visit Madeira
SIMplifica für buchungspflichtige Wanderungen
Wetterapp
Google Maps oder andere Kartenapp
ChatGPT für Tagesplanung und Umplanung
Übersetzungsfunktion fürs Essen und unterwegs
Gerade die Kombination aus Wanderapp, offizieller Prüfung und ChatGPT war für uns hilfreich. Die App zeigt Wege, offizielle Seiten zeigen, was aktuell erlaubt und offen ist, und ChatGPT hilft, daraus einen machbaren Tag zu bauen.
Wie ChatGPT uns bei der Reiseplanung geholfen hat
Ich hätte vorher nicht gedacht, wie oft ich ChatGPT auf Madeira wirklich nutzen würde.
Nicht als Ersatz fürs eigene Denken. Gerade bei Wetter, Wanderwegen, Buchungen und Öffnungszeiten muss man trotzdem selbst prüfen. Madeira ist schön, aber sie verzeiht keine komplett blinde Planung.
Aber als schneller Reisehelfer war ChatGPT richtig praktisch.
Vor der Reise hat es uns geholfen, Ziele zu sortieren, Tagesideen zu entwickeln und besser einzuschätzen, was überhaupt zusammenpasst. Vor Ort wurde es noch wertvoller. Wenn das Wetter kippte, ein Weg nicht möglich war oder wir spontan eine Alternative brauchten, mussten wir nicht ewig suchen. Wir konnten unsere Situation eingeben und hatten in wenigen Minuten eine neue Richtung.
Besonders gemerkt haben wir das, als unsere geplante Wanderung zu den 25 Fontes nicht geklappt hat. Der Tag war erst mal geplatzt, die Laune kurz auch. Mit ChatGPT konnten wir schneller umplanen und mussten nicht planlos auf dem Parkplatz herumstehen wie zwei Menschen, die gerade von einer App beleidigt wurden.
Der eigentliche Trick ist aber nicht, ChatGPT einfach zu fragen: „Plane mir einen Urlaub.“
Das bringt meistens nur allgemeine Tipps.
Spannend wird es erst, wenn ChatGPT weiß, wie du reist. Wenn du ihn mit echten Informationen fütterst, dann bekommst du auch echte Antworten mit denen man arbeiten kann.
Aus dieser Erfahrung ist die Idee für meinen eigenen ChatGPT Reiseguide entstanden. Darin zeige ich dir, wie du ChatGPT so vorbereitest, dass daraus keine 08 15 Urlaubsliste wird, sondern ein Reiseplan, der wirklich zu dir passt.
Mit Prompts für Tagesplanung, Packliste, Wetteralternativen, Wanderungen, Mietwagenrouten, Restaurantideen und spontane Änderungen unterwegs.
Kurz gesagt: weniger Chaos, weniger Tabs, bessere Planung.
Fazit
Madeira war für uns keine perfekte Reise und vielleicht war genau das gut.
Wir hatten wunderbare Aussichten, anstrengende Wanderungen, Wetterwechsel, eine ausgebuchte Wunschroute, ein ramponiertes Mietauto, eine lose Stoßstange, viel zu viele Tunnel, überraschend viele Kreisverkehre, gutes Essen, freundliche Menschen und Abende im Hotel, an denen wir einfach nur froh waren, dass wir nicht noch einmal losfahren mussten.
Es war kein Urlaub zum reinen Abschalten.
Es war ein Urlaub zum Erleben.
Madeira ist keine Insel, auf die ich fahren würde, wenn ich zwei Wochen nur liegen, lesen und nichts entscheiden möchte. Dafür fordert sie einen zu sehr. Man muss planen, fahren, prüfen, reagieren und manchmal akzeptieren, dass ein Tag anders läuft als gedacht.
Aber genau dafür bekommt man eine Insel, die sich ständig verändert.
Berge, Meer, Wälder, Küstenorte, Nebel, Sonne, Wind, Wasserfälle, steile Straßen und diese Momente, in denen man einfach stehen bleibt und schaut.
Für aktive Reisende, die Natur mögen, gern unterwegs sind und keinen klassischen Strandurlaub suchen, ist Madeira ein richtig starkes Ziel.
Ich würde wieder hinfahren, weil wir lange nicht alles gesehen haben und weil noch genug offen geblieben ist.
Beim nächsten Mal würden wir Wanderungen früher buchen, weniger Funchal einplanen, mehr Pausen lassen und noch konsequenter nach Wetter und Region planen.
Aber vieles würde ich genauso machen:
Mietwagen.
Ruhige Unterkunft.
Halbpension.
Gute Wandersachen.
Flexible Tagesplanung.
ChatGPT als Reisehelfer in der Tasche.
Madeira war schön. Anstrengend. Überraschend. Manchmal nervig. Oft beeindruckend.
Also eigentlich genau so, wie eine Reise sein sollte, über die man später noch etwas zu erzählen hat.
Häufige Fragen zu unserem Madeira Urlaub
Wie viele Tage sollte man für Madeira einplanen?
Zehn Tage sind gut, aber nicht üppig. Wir konnten viel sehen, aber mit Wanderungen, Mietwagen, Küstenorten und kleinen Pausen wären zwölf bis vierzehn Tage entspannter gewesen. Gerade beim ersten Mal will man viel mitnehmen, und Madeira macht es einem nicht leicht, Dinge auszulassen.
Braucht man auf Madeira einen Mietwagen?
Für unsere Art zu reisen ja. Wer flexibel sein möchte, verschiedene Regionen sehen will und Wanderungen oder spontane Stopps plant, ist mit Mietwagen deutlich freier. Ohne Auto geht es auch, aber dann ist man stärker auf Busse, Fahrer oder organisierte Touren angewiesen.
Ist Autofahren auf Madeira schwierig?
Es ist machbar, aber man sollte aufmerksam fahren. Die Hauptstraßen sind gut, es gibt viele Tunnel und viele Kreisverkehre. In den Orten kann es eng und steil werden. Die Steigungen sind teilweise ordentlich. Wer schon in Bergregionen oder südlichen Ländern gefahren ist, kommt wahrscheinlich gut zurecht. Das wchtigste ist, ein technisch gutes Fahzeug, das bremst und gute Reifen hat.
Muss man Wanderungen auf Madeira vorher buchen?
Bei vielen offiziell klassifizierten PR Wegen sollte man vorher prüfen, ob eine Buchung, ein Zeitfenster oder eine Gebühr nötig ist. Das sollte man nicht erst am Parkplatz machen. Bei uns hat es bei den 25 Fontes nicht mehr geklappt, weil die Slots belegt waren.
Sind Levada Wanderungen auf Madeira einfach?
Nicht automatisch. Levadas wirken auf Bildern oft harmlos, können aber rutschig, schmal, nass oder ausgesetzt sein. Manche Wege haben Tunnel oder wenig Sicherung. Deshalb sollte man immer prüfen, ob der Weg offen ist, wie schwer er wirklich ist und ob er zur eigenen Kondition passt.
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